Haiti: Alarmruf für sterbende Kinder

23. März 2006, 19:09
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Schlechteste Überlebenschancen in der westlichen Hemisphäre - weltweit höchste HIV-Infektionsrate außerhalb Afrikas

Wien - Kinder in Haiti haben die schlechtesten Überlebenschancen in der gesamten westlichen Hemisphäre. Eine neue UNICEF-Untersuchung berichtet von chronischer Mangelernährung, fehlender Gesundheitsversorgung und der weltweit höchsten HIV-Infektionsrate außerhalb Afrikas. Von 1.000 Neugeborenen erleben 117 nicht einmal ihren fünften Geburtstag.

16 Prozent wachsen ohne Eltern auf

"Die Kinder von Haiti leiden besonders unter der jahrelangen politischen Instabilität, der Gewalt und der extremen Armut in dem karibischen Inselstaat", so das UNO-Kinderhilfswerk. "Weil das öffentliche Schulwesen verfallen ist und viele Eltern das Schulgeld nicht aufbringen können, vergrößert sich täglich das Heer arbeitsloser Jugendlicher." Schätzungsweise 16 Prozent aller Kinder wachsen ohne Vater, Mutter oder sogar beide Elternteile auf. Hauptursache: Aids.

UNICEF ruft die neue Regierung unter Präsident Rene Preval und die internationale Gemeinschaft auf, die Lebensbedingungen zu verbessern. Das Kinderhilfswerk kümmert sich vor allem um die Betreuung von Waisen, die Verbesserung der Ernährungssituation, um Schutzimpfungen und stattet Schulen aus.

Lange Fußmärsche für Trinkwasser

Die Probleme sind groß: In ländlichen Gegenden müssen Kinder Stunden lange Fußmärsche auf sich nehmen, um an Trinkwasser zu gelangen. Viele Wasserspeicher sind mit Bakterien verseucht.

Kein freier Zugang zu Schulbildung

Haiti ist das einzige Land in Lateinamerika und der Karibik, in dem es keinen freien Zugang zu Schulbildung gibt. Zwei von drei Haitianern leben unter der Armutsgrenze. Etwa jedes zehnte Kind arbeitet als unbezahlter Hausdiener. Sie werden wie Leibeigene gehalten und sind häufig Gewalt und sexueller Ausbeutung ausgesetzt.(APA)

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