Funkelnde Steine stehen hoch im Kurs

12. Juni 2006, 14:23
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Die Nachfrage nach Diamanten erfährt einen Boom, da Länder wie China und Indien verstärkt auf diese Edelsteine setzen. Die Vorkommen sind begrenzt, die Preise klettern daher nach oben

Wien - Diamanten sind heiß begehrt. Und zwar nicht nur in Form von Schmuckstücken, "sondern auch bei Anlegern", sagt Werner Haas, Vizepräsident der Österreichischen Diamantenbörse, im Gespräch mit dem STANDARD. "Es gibt einen steigenden Trend, Diamanten zur Diversifizierung ins Portfolio aufzunehmen", erklärt Haas.

Dieses Investment könnte sich bald lohnen, denn der weltweite Markt für Rohdiamanten profitiert derzeit von einer steigenden Nachfrage im arabischen Raum, in China und vor allem in Indien. Die jährliche Nachfrage nach ungeschliffenen Diamanten werde in den kommenden fünf Jahren von derzeit elf Milliarden Dollar (9,1 Mrd. Euro) auf 14 Milliarden Dollar (11,6 Mrd. Euro) steigen, erwartet Adonis Pouroulis, Vorsitzender von Petra Diamonds - einem Johannesburger Unternehmen, das in mehreren Ländern Afrikas Minen betreibt.

Glänzende Aussichten

Da es nicht genügend Diamanten für die stetig steigende Nachfrage gebe, müssen neue Vorkommen gefunden werden. Pouroulis: "Wir sehen daher wirklich glänzende Aussichten für die Diamantenpreise". Einen Trend in diese Richtung gebe es bereits: Die Preise für Edelsteine seien seit 2003 um mehr als ein Drittel in die Höhe geschnellt, da neue Funde rar waren, berichtete das US-Beratungsunternehmen Rapaport Research. De Beers, der weltweit größte Diamantenproduzent, erzielte bei einer Auktion für Rohdiamanten im Februar in London bereits Preise, die um zwei Prozent höher lagen als bisher.

Für einen funkelnden Ausgleich im Portfolio müssen Anleger tief in die Tasche greifen. "Einkaräter mit Anlagequalität - also hohe Werte in den vier Kriterien Qualität, Farbe, Reinheit und Schliff - gibt es ab 6000 Euro aufwärts", gibt Haas einen Einblick. Steine mit einem halben Karat könnten bereits ab rund 2000 Euro erworben werden.

Den Grund für die zunehmende Beliebtheit von Diamanten bei Anlegern sieht Haas im Aktienmarkt. Viele Anleger wären ob der boomenden Märkte verunsichert und suchen jetzt einen Ausgleich. Viele hätten aber mittlerweile Gewinne aus Aktien realisiert, die jetzt mit Edelsteinen "abgesichert" werden sollen.

Als Wertanlage würden sich Rohdiamanten besser eigenen als Schmuckstücke, erklärt Haas. Denn Unreinheiten könnten bei Schmuck durch die Einfassung abgedeckt werden, was den Wiederverkaufswert schmälert.

Neue Minen

Um die Edelstein-Nachfrage bedienen zu können, müssen neue Diamantminen erschlossen werden. Denn immer wieder müssen unrentabel gewordene Minen geschlossen werden. Die größten Vorkommen liegen - neben Russland - in Südafrika. Auch in Brasilien werden hohe Diamant-Vorkommen vermutet. Im Schnitt dauert es jedoch bis zu zehn Jahre, bis eine Mine erste Diamanten liefert.

Der gesamte Weltmarkt für Rohdiamanten hatte laut Angaben der EU-Kommission 2004 ein Volumen von 9,6 Mrd. Euro, der von geschliffenen Diamanten 13,6 Mrd. Euro. Der Einzelhandel mit Schmuck aus Diamanten betrug 48 Mrd. Euro. (Bettina Pfluger, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20.3.2006)

Linktipp

www.dehaas.at
  • In Form von hochkarätigen Ringen und Colliers waren Diamanten schon immer sehr beliebt. Mittlerweile liegen die funkelnden Steine immer öfter auch im Portfolio.
    foto: sotheby's

    In Form von hochkarätigen Ringen und Colliers waren Diamanten schon immer sehr beliebt. Mittlerweile liegen die funkelnden Steine immer öfter auch im Portfolio.

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