Steiermark: "Wohnbauförderung neu" an Solaranlage gebunden

13. Juli 2006, 12:49
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Beim Eigenheim- und Geschossbau wird künftig eine Solaranlage vorgeschrieben

Graz - Die schon bisher an ökologische Kriterien gebundene Wohnbauförderung soll in der Steiermark noch stärker an Prinzipien der Nachhaltigkeit gebunden werden. So wird künftig beim Eigenheim- und Geschossbau eine Solaranlage vorgeschrieben, erklärte der zuständige Landesrat Hans Seitinger (ÖVP) am Mittwoch bei der Vorstellung der "Wohnbauförderung neu" in Graz.

"In den kommenden Jahren steht die Umsetzung von umweltfreundlichen, ökologischen und nachhaltigen Maßnahmen im Vordergrund", erklärte Seitinger. Zwar sei in der Eigenheimförderung ein wichtiger Impuls für die Sicherung des ländlichen Raums zu sehen, die ökologische Komponente müsse aber bei der Vergabe der Förderungen verstärkt berücksichtigt werden. Die neuen Kriterien sollen per Verordnung demnächst Gültigkeit erlangen.

Energiebuchhaltung

Neben der - so wirtschaftlich vertretbar - verpflichtenden Verwendung von Solarenergie zur Warmwasserbereitung gibt es für geförderte Neubauten weiter zu erfüllende Dämmwerte, eine Energiebuchhaltung bei Geschossbauten und eine "thermografische Prüfung" nach der ersten Heizperiode.

Ökopunkte-Zuschlag

Neu entwickelt wurde ein Ökopunkte-Zuschlag, der sich an der Nachhaltigkeit der verwendeten Baustoffe orientiert. Dies gilt auch für Sanierungsmaßnahmen. Angekurbelt soll darüber hinaus die Umstellung auf mit erneuerbaren Energieträgern betriebene Heizungssysteme werden - Umstiegshilfen z.B. für Kesseltausch gab es schon bisher, sie wurden aber offenbar noch nicht im gewünschten Umfang genutzt. So wird rund die Hälfte der rund 520.000 steirischen Haushalte mit Öl und Gas beheizt.

In der Steiermark stehen 2006 rund 349 (2005: 345) Mio. Euro an Wohnbauförderung zur Verfügung. In der Vergangenheit wurden mit diesen Mitteln jährlich rund 2.000 Neubauwohnungen (Miet-, Mietkauf- und Eigentumswohnungen sowie Scheckwohnungen) neu und rund 1.200 Wohnungen im Rahmen der umfassenden Sanierung geschaffen, rund 1.800 Eigenheime und Zubauten gefördert, etwa 5.000 Wohnungen saniert und 1.500 Jungfamilienförderungen für Wohnraumschaffung und Wohnungseinrichtung gewährt. (APA)

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