Blair schließt baldigen Rücktritt aus

27. März 2006, 07:48
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Premier weist in britischer "Geheimkredit-Affäre" alle Vorwürfe zurück

London - In der Affäre um "Geheimkredite" an die regierende Labour-Partei ist der britische Premierminister Tony Blair am Mittwoch in die Offensive gegangen. Im Parlament wies der Regierungschef erneut alle Vorwürfe zurück. Seine eigene Partei habe sich nichts zu Schulden kommen lassen. Zugleich forderte er die Opposition auf, gemeinsam mit Labour nach einer Regelung für die Parteienfinanzierung zu suchen. An die Konservativen appellierte er, die Namen ihrer bisher geheimen Kreditgeber zu veröffentlichen.

Kreditgeber fordern Geld mit Zinsen zurück

Blair steht wegen der Affäre um Millionenkredite von reichen Geschäftsleuten, die erst nachträglich veröffentlicht wurden, erheblich unter Druck. Dabei geht es um Kredite für umgerechnet mehr als 20 Millionen Euro, die Labour vor der Parlamentswahl im vergangenen Jahr bekam. Erst in dieser Woche wurden die Namen der zwölf Spender bekannt gegeben. Mehrere Kreditgeber fordern ihr Geld inzwischen mit Zinsen zurück.

Mögliche Gegenleistungen

Der Premierminister muss sich insbesondere gegen den Verdacht wehren, dass die Geldgeber als Dank für die finanzielle Hilfe einen Adelstitel und einen Sitz im Oberhaus versprochen bekamen. Inzwischen ermittelt in der Affäre auch Scotland Yard. Die Konservative Partei soll nach Presseberichten umgerechnet rund 30 Millionen Euro an Krediten bekommen haben.

Kein Rücktritt in Sicht

Blair hat einen baldigen Rücktritt ausgeschlossen. "Ich bleibe, solange es nötig ist, um das Programm umzusetzen, für das wir gewählt wurden", sagte Blair auf eine entsprechende Frage des Tory-Vorsitzenden David Cameron am Mittwoch im Unterhaus.

Cameron wollte wissen, ob der von Finanzminister Gordon Brown vorgestellte Haushalt Blairs letzter sein werde. Der Premier hatte im Mai 2005 seine dritte Amtszeit mit der Ankündigung angetreten, es werde seine letzte sein. In den vergangenen Tagen hatten drei einflussreiche britische Zeitungen Blair zum Rücktritt aufgefordert. (APA/AFP)

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