Gekommen, um zu bleiben

29. März 2006, 14:47
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Schönbrunn erhielt als Geschenk Nepals die beiden Panzernashörner Sundari und Jange - sie werden in neuer Großanlage leben

Wien - Wieder einmal ist der Tiergarten Schönbrunn um eine Attraktion und eine prächtige Anlage reicher geworden: Der Kronprinz Paras Bir Bikram Shah Dev übergab die beiden Panzernashörner Sundari und Jange als Geschenk Nepals an Direktor Helmut Pechlaner, Vizekanzler Hubert Gorbach und Staatssekretär Alfred Finz.

Die Tiere hatten nicht gerade einen guten Start ins Leben: Ihre Mütter wurden im Royal Chitwan Nationalpark von Wilderern getötet, sie selbst gefunden und in einer "Waisenstation" mit der Flasche aufgezogen, erzählte der Tiergartendirektor. Alle Versuche, das Paar wieder auszuwildern, scheiterten. Nun sollen die beiden frisches Blut in das rund 150 Tiere umfassende europäische Zuchtprogramm bringen.

Würdiger Rahmen für seltene Spezies

Besonders stolz ist Pechlaner darauf, dass dem Weibchen Sundari (3) und dem Bullen Jange (9) mit den 600 Quadratmetern des Nashornhauses sowie dem 6.000 m2 umfassenden Freigelände die größte europäische Anlage für diese Tierart zur Verfügung steht. Überdies bietet es allen "Komfort": Im Inneren schont ein mehrere Zentimeter dicker Gummiboden die "zarten Füßchen" der Dickhäuter. Mit Wasser- und Schlammbecken ist das Gehege ein richtiggehender Nashorn-Wellness-Tempel.

Wie bei den Panda-Bären unterstützt der Tiergarten Schönbrunn auch Naturschutzprojekte in der Heimat der Nashörner. Eine österreichische Außenstelle der nepalesischen Naturschutzorganisation KMTNC (King Mahendra Trust für Naturschutz in Nepal) wurde bei der Eröffnung aus der Taufe gehoben. So soll u.a. Geld für die Bekämpfung der Wilderer aufgetrieben werden.

Die Vorgeschichte

Die ersten Kontakte in Sachen Nashörner wurden bereits vor sechs Jahren geknüpft, als der mit Thomas Klestil befreundete damalige König in Wien auch den Tiergarten besichtigte. Als Pechlaner in Nepal den Film "Zukunft der Nashörner" drehte, folgte ein Gegenbesuch beim Monarchen und eine Besichtigung im "Orphan Wildlife Care Center", wo vier Nashörner unter nicht gerade idealen Bedingungen gehalten wurden.

Der Kontakt - auch zum neuen Königshaus - brach nie ab, und im April des Vorjahres wurde das Projekt konkret. Bundespräsident Heinz Fischer setzte sich ebenfalls für Schönbrunn ein, und zu Jahresbeginn wurde endlich grünes Licht gegeben. Der Kronprinz als KMTNC-Präsident wurde von Pechlaner zur Eröffnung der Anlage eingeladen. Die von Ulrike Lunacek, außenpolitische Sprecherin der Grünen, geäußerte Kritik am Königshaus und dem Zusammentreffen mit österreichischen Politikern, wies der Tiergartendirektor zurück. Es liege wohl am Wahljahr, dass versucht werde, daraus ein Politikum zu machen. "Für mich ist dies eine unverzichtbare Sache für den Artenschutz." (APA)

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    Sundari

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    Jange

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