Volkstheater im Bellaria-Kino: "Die Stadt ohne Juden"

22. März 2006, 11:59
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Legendäres Lichtspielhaus als Schauplatz für Helmut Peschinas Dramatisierung von Hugo Bettauers Roman

Wien - Erstmals gastiert das Wiener Volkstheater mit einer Produktion im legendären Bellaria-Kino. Das traditionsreiche Lichtspielhaus fungiert als Rahmen für die Dramatisierung von Hugo Bettauers Roman "Die Stadt ohne Juden", mit dem der Autor in den 1920er-Jahren die kommenden Entwicklungen visionär voraussah. In der Inszenierung von Helmut Peschina wirken u.a. Beatrice Frey, Andy Hallwaxx, Thomas Bauer und Annette Isabella Holzmann mit.

Als Hugo Bettauer, ein erfolgreicher Autor seiner Zeit, 1922 seinen Roman "Die Stadt ohne Juden" herausbrachte, sah er darin einen "Roman von übermorgen". Seine grausame Vision, dass die Juden als Schuldige an allem Übel, den sozialen Verwerfungen, Arbeitslosigkeit und Elend denunziert und vertrieben würden, wurde von grausamen der Realität der folgenden Jahre noch bei Weitem übertroffen. Bettauer zeichnete in seinem Roman auch drastisch den Rückfall Wiens im intellektuellen und künstlerischen Bereich, wie er nach der Ermordung und Vertreibung der jüdischen Bevölkerung eintrat.

"Die Stadt ohne Juden" wurde für Bettauer zu einem großen Erfolg aber auch zu seinem Verhängnis: Der Autor wurde zu einem Feindbild der konservativen Reaktion. Bettauer starb schließlich 1926 an den Folgen eines Attentats des Antisemiten Otto Rothstock. Bereits 1924 war "Stadt ohne Juden" mit Hans Moser verfilmt worden. Roman und Film bilden die Grundlagen der jetzigen Dramatisierung von Helmut Peschina. (red)

Link

Volkstheater

"Die Stadt ohne Juden"
Bellaria-Kino
Museumsstraße 3
1070 Wien

Karten:
Tel. (01) 52111-400
Abendkasse im Volkstheater

25., 30. März
4., 8., 19. April
jeweils 20 Uhr
Publikumsgespräch: 30. März

Einheitspreis: 15 Euro
Ermäßigt 9 Euro im Volkstheater
  • Artikelbild
    foto: volkstheater/gabriela brandenstein
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