Private Tempoüberwachung: Stadt Graz zieht zufrieden erste Bilanz

24. März 2006, 17:36
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Bei Messungen in Tempo-30-Gebieten acht Prozent zu schnell - Messungen sollen auch auf die Nacht ausgedehnt werden

Graz - Eine positive erste Bilanz zieht man in Graz über den Einsatz der privaten Tempoüberwachung. In drei Wochen im Februar wurden in Tempo-30-Straßen rund 7.800 Fahrzeuge gemessen, wovon acht Prozent zu schnell waren und deren Lenker bei der Polizei angezeigt wurden, wie der Leiter des Straßenamtes, Harald Hrubisek, am Mittwoch sagte.

Messungen solln ausgedehnt werden

Durchschnittlich würden die von einer privaten Firma im Auftrag der Stadt und in Abstimmung mit der Polizei durchgeführten Radarmessungen an drei Stunden pro Tag durchgeführt, so Hrubisek im APA-Gespräch. Das Einsatzgebiet sind die Tempo-30-Gebiete - sie umfassen rund 80 Prozent des knapp 1.000 Kilometer langen Grazer Straßennetzes -, und zwar vor allem dort, wo es Anrainerbeschwerden gibt. "Die Strafe ist ein Nebenprodukt. Die Autofahrer sollen wissen, dass überall gemessen werden kann", erklärte Hrubisek die beabsichtigte präventive Wirkung. Künftig soll auch verstärkt in der Nacht sowie an Wochenenden gemessen werden.

Auch für Verkehrsstadtrat Gerhard Rüsch (V) hat sich in dem bisher kurzen Beobachtungszeitraum, der noch dazu in den Winter gefallen ist, der Zweck erfüllt: "Würde man alle Bürgerwünsche nach Tempo reduzierenden Maßnahmen erfüllen, müsste man große Summen in Straßenumbauten investieren, die noch dazu alle Verkehrsteilnehmer und nicht nur die schwarzen Schafe treffen würden - da ist die Tempoüberwachung zielgenauer, billiger und fairer."

Die Gratkorner Firma "Speed Control" misst nun in Graz seit Februar wieder regelmäßig. Die Ergebnisse der Messungen mit den mobilen Radargeräten werden auf Datenträger dem Straßenamt zur Kontrolle und der Polizei zur behördlichen Behandlung weitergeleitet. Vor und nach dem Start der privaten Tempoüberwachung im Sommer 2005 hatte es Rechtsstreitigkeiten gegeben, zunächst über die Ausschreibung, dann darüber, ob eine Ahndung durch Anonymverfügungen durch die Polizei überhaupt möglich ist, wenn die Messdaten von Privatpersonen erhoben werden. (APA)

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