Männliche Dessous-Verkäufer verboten

22. März 2006, 11:35
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Maßnahme in Riad: Laut offizieller Begründung sollen Jobs für Frauen geschaffen werden

Riad - Die saudiarabische Regierung verbannt alle männlichen Verkäufer aus Geschäften für weibliche Unterwäsche. Wie die örtliche Presse am Dienstag berichtete, kündigte ein ranghoher Vertreter des Arbeitsministeriums in Riad vor einer Versammlung von Geschäftsmännern an, dass die Maßnahme Mitte Juni in Kraft treten werde.

Bei Verstößen drohten Strafen wie die Schließung der Boutiquen oder der Entzug der Geschäftslizenz. In Saudiarabien sind bisher alle Dessous-Verkäufer Männer. Sie sollen nun in den Geschäften für Frauen von weiblichem Personal ersetzt werden.

Inoffizielle Vermutung

Offiziell wurde der Beschluss damit begründet, dass mehr Jobs für Frauen geschaffen werden müssten, von denen immer mehr auf den Arbeitsmarkt des streng religiösen Landes drängen. Medien berichten dagegen, der wahre Grund sei, dass die Kundinnen gegenüber männlichen Verkäufern geniert seien. Offenbar um dem entgegenzuwirken, sollen laut dem Dekret des Arbeitsministeriums zudem Personal und Kundinnen von außen nicht mehr sichtbar sein.

In Saudiarabien ist die streng-orthodoxe Richtung des sunnitischen Islam, der Wahhabismus, Staatsdoktrin. Frauen dürfen dort nicht Autofahren und nicht ohne die Erlaubnis ihres Mannes oder eines männlichen Verwandten reisen oder allein ins Restaurant gehen. (APA/AFP)

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    Die Maßnahme soll Mitte Juni in Kraft treten.
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