Softwareanbieter Brain Force will 2006 in Nordeuropa zukaufen

30. März 2006, 10:16
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Dividende soll von 6 auf 8 Cent erhöht werden - Nicht "auf Biegen und Brechen investieren"

Die börsenotierte Wiener Softwarefirma Brain Force will nach der vergangenen Donnerstag bekannt gegebenen 50-prozentigen Kapitalerhöhung 2006 weitere Unternehmen zukaufen. "Mich interessiert der nordeuropäische Raum sehr stark", betonte Brain Force-Chef Helmut Fleischmann heute, Dienstag, bei der Bilanzpressekonferenz in Wien. Im laufenden Geschäftsjahr peilt die Brain Force Holding einen Umsatz von 90 Mio. Euro an, dass EBITDA soll auf 9 und das EBIT auf 4,5 Mio. Euro wachsen.

Interessant

Natürlich sei auch der osteuropäische Raum interessant. Doch die Brain Force-Softwareprodukte setzten sehr entwickelte IT-Umgebungen voraus, die in Osteuropa erst entstehen. "Das fängt sich gerade erst an zu entwickeln," sagte Fleischmann. Zu konkreten Übernahmezielen wollte er sich nicht äußern. "Das ist derzeit ein sehr dynamischer Markt", meinte er.

Die Akquisitionspreise für Softwarefirmen gehen laut Fleischmann derzeit in die Höhe. Deshalb werde Brain Force auch nicht "auf Biegen und Brechen investieren", sondern weiterhin auf seine "Buy and Build"-Strategie setzen. Dennoch sei Brainforce auf der Suche nach potenziellen Übernahmekandidaten, die die Brain Force-Produktpalette ergänzen könnten oder über starke Vertriebsorganisationen in noch nicht bearbeiteten Regionen verfügen.

Ausbau

Beim organischen Wachstum setzt Fleischmann auf die Standardisierung des bestehenden Produktangebots und den Ausbau des Vertriebs in den einzelnen Landesgesellschaften. Außerdem will er indirekte Vertriebskanäle aufbauen, um neue Märkte schneller zu erschließen.

Die Kriegskasse von Brainforce sei jedenfalls gut gefüllt. Im Geschäftsjahr 2005 stieg der Umsatz um 19 Prozent auf 76,62 Mio. Euro, das Betriebsergebnis (EBIT) legte um 50 Prozent auf 3,58 Mio. Euro zu. Auch das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verzeichnete im Vergleich zu 2004 einen Anstieg von 47 Prozent auf 6,05 Mio. Euro. Die EBIT-Marge wuchs um einen Prozentpunkt auf nunmehr 4,7 Prozent.

Das beste Jahresergebnis der - noch recht jungen - Unternehmensgeschichte soll sich in Kürze auch in anderen Bereichen niederschlagen. Bis zum 5. April 2006 will Brainforce sein Grundkapital um 50 Prozent (5.128.914 Stammaktien) auf 15,4 Mio. Stück Aktien aufstocken. Die Zeichnung der Neuemission ist durch zwei Finanzinvestoren garantiert: Der deutsche Investor Karl-Friedrich Kalmund steht für 76,9 Prozent der Emission gerade, die österreichische Venture-Capital-Investorengruppe March.sixteen (vormals March.fifteen) garantiert 23,1 Prozent.

Eine gute Nachricht für seine Investoren hatte Fleischmann auch parat. Er will die Dividende heuer von 6 Cent auf 8 Cent erhöhen. In Zukunft wird Brainforce weiterhin in Wien und Frankfurt notieren. "An den aus unserer Sicht sehr guten Börsenplätzen werden wir nichts ändern", meinte Fleischmann.

Die jetzige Kapitalerhöhung sei notwendig geworden, da die Größe der Brain Force-Unternehmensgruppe steige und somit auch die Übernahmeziele größer werden. "Um unsere Expansionsziele zu erreichen, müssen wir jetzt unsere Handlungsfähigkeit verbessern", sagte er.

Derzeit hat Brain Force 16 Niederlassungen in 9 Ländern und beschäftigt mehr als 1.000 Mitarbeiter, davon 111 in Österreich. Mit der Kapitalerhöhung will Brainforce zwei Schwellenwerte überspringen: Die Marktkapitalisierung soll dann über 50 Mio. Euro betragen, und der Umsatz soll die 100-Mio.-Euro-Marke durchbrechen.(APA)

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