Im Osten wieder mal was Neues

21. März 2006, 18:56
posten

Sachsen-Anhalt steuert auf große Koalition zu

Während die Umfragen in den großen Ländern Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz eine Fortsetzung der bestehenden Koalitionen voraussagen, deutet sich im kleinsten der drei Bundesländer ein politischer Wechsel an: In Sachsen-Anhalt dürfte am Superwahlsonntag das Ende der CDU/FDP-Koalition eingeläutet werden, was nicht an der CDU liegt. Während sich die Partei von Ministerpräsident Wolfgang Böhmer bei 37 Prozent halten könnte, schwächelt der kleine Partner FDP.

Böhmer, ein 70-jähriger Gynäkologe und der älteste Ministerpräsident Deutschlands, hat schon im Wahlkampf begonnen, sich von der FDP zu distanzieren: "Ich erlebe jetzt, dass die FDP einen ausgeprägten Wahlkampf gegen die CDU macht, indem sie gegen die Mehrwertsteuererhöhung zu Felde zieht."

Deshalb macht sich die SPD mit ihrem 43-jährigen Spitzenkandidaten Jens Bullerjahn, einem Ingenieur, Hoffnungen, wieder in die Regierung zu kommen. Theoretisch könnte die SPD auch mit der Linkspartei koalieren, die bei der Wahl 2002 hinter der CDU auf Platz zwei landete. Schließlich haben Bullerjahn und PDS-Mann Wulf Gallert von 1994 bis 2002 dafür gesorgt, dass das "Magdeburger Modell" (PDS toleriert SPD-Regierung) funktionierte. Doch von einer Zusammenarbeit mit den Linken will Bullerjahn heute nichts mehr wissen: "Mir wurde bewusst, dass ich bestimmte Sachen falsch eingeschätzt hatte." (DER STANDARD, Printausgabe, 22.3.2006)

Share if you care.