Anklage gegen Skilehrer nach Lawinenunglück

22. März 2006, 19:20
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Vier Menschen waren im Jänner 2005 im Arlberggebiet ums Leben gekommen - Mann soll Gruppe fahrlässig in Hang geführt haben

Innsbruck - Mehr als ein Jahr nach einem schweren Lawinenunglück im Arlberggebiet mit vier Todesopfern hat die Innsbrucker Staatsanwaltschaft am Dienstag Anklage gegen einen einheimischen Skilehrer erhoben. Der Mann soll fahrlässig eine Gruppe in den Hang geführt und dadurch den Lawinenabgang ausgelöst haben.

Warnstufe 4

Die Anklage wirft dem Skilehrer das Vergehen der fahrlässigen Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen vor. In dem Gebiet hatte zum Unglückszeitpunkt die Warnstufe "4" der fünfteiligen Skala geherrscht. Außerdem gab es Neuschnee. Der Hang wies eine Neigung von mehr als 35 Prozent auf.

Das Unglück hatte sich am 22. Jänner 2005 am Hinteren Rendl bei St. Anton am Arlberg ereignet. Drei Kanadier starben unter den Schneemassen, die ein Ausmaß von 600 Metern Länge und einer Breite von 300 Metern erreicht hatten. Ein US-amerikanischer Snowboarder konnte erst vier Monate nach dem Unglück geborgen werden.

Der Prozessbeginn stand vorerst nicht fest. Der Anwalt des Skilehrers hatte bereits unmittelbar nach dem Unglück die Unschuld seines Mandanten beteuert. (APA)

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