Möglicher Zusammenhang von Schlafmitteln und Schlafwandeln

27. März 2006, 13:27
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Sanofi-Aventis: Hintergründe unklar

Washington/Wien - In den USA wurde der Arzneimittelbehörde FDA eine Reihe von Fällen gemeldet, in denen Personen nach der Einnahme des Schlafmittel-Wirkstoffes Zolpidem zu Schlafwandlern geworden sind. Das allerdings bei Dutzenden Millionen Verschreibungen. Der Hersteller des Arzneimittels, Sanofi-Aventis, wies dazu in einer Aussendung darauf hin, dass man einen etwaigen Zusammenhang zwischen der Einnahme des Medikaments und den Zwischenfällen nur sehr schwer untersuchen bzw. belegen könne.

Rund zwei Dutzend Fälle

Immerhin wurde das Medikament dort mindestens 26 Millionen Mal verschrieben. Der Wirkstoff Zolpidem ist in zahlreichen Schlafmitteln enthalten. Aus den USA wurden nächtliche Fressattacken bis hin zur Inbetriebnahme eines Autos im Schlaf berichtet. Insgesamt sei es zwei Dutzend solcher bzw. ähnlicher Berichte geben.

Laut dem Hersteller wurden diese möglichen Problemfälle Sanofi-Aventis im Rahmen der routinemäßigen Überwachung (Postmarketing-Kontrolle) bekannt. "Wir können aber zu den einzelnen Fällen keine Stellungnahme abgeben. (...) Es ist sehr schwer zu beurteilen, ob in einem spezifischen Fall das Schlafwandeln durch das Medikament ausgelöst wurde oder eben auf Grund der vorhandenen Schlafstörung aufgetreten ist", hieß es in einer Stellungnahme des Pharmakonzerns in den USA.

Schlafwandeln sei jedenfalls als seltene Nebenwirkung im Beipacktext angegeben. Generell sollten Schlafmittel nur für möglichst kurze Zeit und genau nach den empfohlenen Modalitäten eingenommen werden. Sie können natürlich die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen. Besondere Vorsicht ist bei psychiatrischen Erkrankungen und der gleichzeitigen Einnahme von anderen auf das Gehirn wirkenden Medikamenten geboten. (APA)

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