"Aus Unique Clients Menschen machen"

22. Oktober 2006, 19:41
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Forum Mediaplanung lud zur Diskussion über die Zukunft der Online-Medienforschung - Deutsches Agof-Modell als Vorbild für Österreich

"Derzeit werden für das modernste Medium die ältesten Planungsmethoden verwendet, hauptsächlich die Umfeldaffinität", so Marcela Atria von beyond interactive zum Status Quo der Medienplanung im Internet. Das Forum Mediaplanung lud zur Diskussion über die Zukunft der Online-Medienforschung, die Moderation übernahm Media 1-Chef Markus Kienberger.

"Brückenschlag zur Person"

Natürlich würden neben Reichweitenmessungen auch soziodemografische Daten verwendet, doch diese stammen aus unterschiedlichen Quellen und seien deshalb nur schwer vergleichbar. Es gibt verschiedene Einzelteile, auf die bei der Planung zurückgegriffen werden können, doch jetzt muss "dieses Puzzle aus technisch einwandfreien Erhebungen zusammengeführt werden", so Roland Kreutzer, Vorstand des Internet Advertising Bureau, "der Brückenschlag zur Person" fehle.

"Aus Unique Clients Menschen machen"

Genau hier setzt das deutsche Agof-Modell an. "Aus Unique Clients Menschen machen", erklärt Claudia Dubrau von der deutschen Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung das Ziel des Agof-Modells. Zuerst ging es darum, eine "gemeinsame Währung" zu definieren, ermittelt durch das drei Säulen-Modell.

Die erste Säule ist die technische Vollmessung, hier werden Kennzahlen wie Unique Clients, Pageimpressions und Visits erhoben. Die zweite Säule bildet eine Befragung der Internetnutzer ab 14 Jahren mittels Online-Fragebögen, um soziodemografische Daten zu generieren. Der dritte Eckpfeiler, eine telefonische repräsentative Befragung der Gesamtbevölkerung, ermöglicht das Einbetten der Online-Ergebnisse in die Offline-Welt.

Die Fusion aller ermittelten Daten ergibt dann die Anzahl der unterschiedlichen Personen, die das jeweilige Internetangebot erreicht (Nettoreichweite). Ein Planungstool erlaubt diese Zahlen für die Mediaplanung heranzuziehen.

"Jetzt ist der richtige Zeitpunkt dafür"

Gerlinde Hinterleitner, Vorstand der Österreichischen Webanalyse und derStandard.at-Chefin, ist zuversichtlich, dass bereits 2006 auch in Österreich ein ähnliches Modell etabliert werden könnte. "Jetzt ist der richtige Zeitpunkt dafür" ist sie überzeugt. Für Mediaplanerin Atria ist das "Agof-Modell das, was Mediaplaner brauchen". Ein solches würde Kunden gegenüber schlüssig belegen, dass Online-Werbung gut ist und etwas bringt. (red)

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