Russland und China vereinbaren Kooperation

22. März 2006, 19:38
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Russlands Präsident Putin: "Wir fassen die Möglichkeit des Baus eines Pipeline-Systems ins Auge"

Peking - Russland und China haben eine engere Zusammenarbeit in Energiefragen vereinbart. "Wir unterstützen Investitionen in beiden Ländern, um Öl- und Erdgasressourcen sowie das Energie-Potenzial von Russland und China zu entwickeln", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung, die am Dienstag während des Besuchs des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Peking veröffentlicht wurde. Eine enge Kooperation auf diesem Gebiet stärke die Energie-Sicherheit in der Region und der ganzen Welt.

Treffen in China

Die Energiepolitik stand im Mittelpunkt der Gespräche Putins mit seinem chinesischen Kollegen Hu Jintao in der Großen Halle des Volkes am Pekinger Platz des Himmlischen Friedens. China ist wegen seiner boomenden Wirtschaft an gesteigerten Öl- und Gaslieferungen aus Russland interessiert. Die kommunistische Regierung hat sich über mangelnde Fortschritte beim Bau von Pipelines verstimmt gezeigt. Außerdem kritisiert China eine mangelnde Bereitschaft Russlands, chinesische Investitionen auf dem russischen Energiemarkt zu unterstützen.

Eine konkrete Zusage für den Bau einer Pipeline gab es von russischer Seite nicht. Putin sagte: "Wir fassen die Möglichkeit des Baus eines Pipeline-Systems über die russisch-chinesische Grenze ins Auge". Diese Pipeline trage den vorläufigen Namen Altai. Zuvor hatten der russische Energieriese Gazprom und das chinesische Energieunternehmen CNPC ein Abkommen zur Gaslieferung unterzeichnet.

Machbarkeitsstudie

Konkret setzt sich China für eine Ölpipeline mit einer Kapazität von 600.000 Barrel pro Tag aus Russland in die Volksrepublik ein. Russlands Energieminister Viktor Christenko sagte später, der nächste Schritt sei zunächst eine Machbarkeitsstudie. Der chinesische Ölkonzern China National Petroleum Corporation (CNPC) hatte eigentlich eine Vereinbarung über den Pipeline-Bau erwartet, wie CNPB am Vortag der russischen Agentur Interfax erklärt hatte.

Russland sucht nach neuen Märkten für seine Gas- und Ölvorkommen. Noch in diesem Jahr soll mit dem Bau einer Pipeline von Sibirien an den Pazifischen Ozean begonnen werden, die China, Japan und andere Staaten der Region mit Öl versorgen soll.

Zum chinesischen Wunsch nach Gaslieferungen kündigte Präsident Putin an, künftig 60 bis 80 Milliarden Kubikmeter liefern zu wollen. (APA/Reuters/AFP/dpa)

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