Betrugsprozess gegen Reisebüro-Chef in Linz vertagt

22. März 2006, 19:20
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Betrugsprozess mit 150.000 Euro Schaden und hundert involvierten Kunden - Angeklagter bekennt sich nicht schuldig

Linz - Der Schöffenprozess gegen den Betreiber eines oberösterreichischen Reisebüros im Landesgericht Linz ist Dienstagnachmittag wegen Zeugeneinvernahmen auf 30. Mai vertagt worden. Der 58-jährige Angeklagte muss sich wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs verantworten: Er soll bei der Vermittlung von Urlaubsangeboten mehr als 100 Kunden um rund 150.000 Euro geschädigt haben.

Kein Ersatz für Anzahlungen

Der Beschuldigte hatte Mitte Juli vergangenen Jahres wie bereits mehrmals zuvor Konkurs anmelden müssen. Der Kreditschutzverband (KSV) bezifferte die Passiva damals mit rund 529.000 Euro und die Aktiva mit etwa 40.000 Euro. Zuvor soll der Mann laut Anklage Reisen angeboten und die Kunden - die meisten von ihnen hätten eine Anzahlung geleistet - kurz vor Antritt darüber informiert haben, dass der Urlaub abgesagt werden müsse. Einen versprochenen Ersatz habe es nie gegeben.

Der Staatsanwalt erhob in dem Prozess schwere Vorwürfe gegen den Angeklagten: So soll er von Kunden Geld für Angebote eines Reiseveranstalters kassiert haben, der sich bereits in Konkurs befunden habe. Der Beschuldigte habe zudem Anzahlungen einbehalten, obwohl bereits Exekutionen gelaufen seien, und Inserate geschaltet, die er nicht bezahlen konnte. Der Ankläger legte entsprechende Dokumente vor.

Bedingter Vorsatz

Der 58-Jährige gestand, Geldbeträge zwar kassiert, diese aber nicht an die Firmen weitergeleitet zu haben. Er habe jedoch versucht, Reisen auf andere Veranstalter umzubuchen, verteidigte sich der Mann. Das habe aber nicht funktioniert.

Der Staatsanwalt sprach in dem Prozess, dem u.a. rund 20 Gläubiger und acht Anwälte als Vertreter von Privatbeteiligten beiwohnten, von einem zumindest bedingten Vorsatz. Der Angeklagte habe Schädigungen der Kunden in Kauf genommen, was für eine Verurteilung reiche. (APA)

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