Nachlese: Regierung startete Alphabetisierungskampagne

1. Juni 2006, 15:42
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Mit Unterstützung aus Kuba und Venezuela sollen 1,2 Millionen Menschen Lesen und Schreiben lernen

La Paz - Die Regierung des bolivianischen Präsidenten Evo Morales hat im März mit Unterstützung Kubas und Venezuelas eine massive Alphabetisierungskampagne gestartet. Das Programm "Jawohl, ich kann!" sieht vor, innerhalb von zweieinhalb Jahren 1,2 Millionen Menschen Lesen und Schreiben beizubringen. In einer ersten, bis zum 30. April andauernden Etappe soll mit der Alphabetisierung von 200.000 Bolivianern im Spanischen begonnen werden.

Später sollen die drei indianischen Sprachen Aimara, Quechua und Guaraní folgen. Ein besonderes Augenmerk gilt den Frauen und Mädchen. Vor allem in ländlichen Gebieten sind noch immer bis zu 60 Prozent der weiblichen Bevölkerung Analphabeten.

An der Veranstaltung zum Start der Kampagne im Stadion der südöstlichen Erdölstadt Camiri nahmen außer Morales die Bildungsminister Boliviens, Kubas und Venezuelas teil. Morales sagte in seiner Rede, die Alphabetisierung sei die "Entkolonialisierung unserer Länder" und die "Befreiung unserer Völker vom Neoliberalismus". Bildung bedeute "Befreiung".

Der kubanische Minister Luis Igancio Gómez erinnerte in seiner Rede daran, dass der kubanisch-argentinische Revolutionär Ernesto Che Guevara vor vier Jahrzehnten in Camiri seinen Versuch zur Revolutionierung Boliviens startete. Che Guevara und seiner kleinen Guerillagruppe gelang es letztlich nicht, die verarmten Bauern im bolivianischen Hochland für ihre Sache zu gewinnen. Anfang Oktober 1967 wurde er bei einem Gefecht mit Regierungstruppen verwundet und später von einem Feldwebel der bolivianischen Armee ohne Gerichtsverhandlung erschossen. (APA)

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    Schreibunterricht in El Alto

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    Das Nachbarland Venezuela, das sich bereits zu "analphabetismusfreien Zone" erklärt hat, schickt Lehrer.

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