Die Freuds und die Hietzinger Schule

21. März 2006, 12:54
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Direktorin des Sigmund-Freud-Museums gibt am 22.3. Einblicke in Schulexperiment, das revolutionäre Unterrichtspraktiken vorwegnahm

Wien - Viele der in späten 1960-er Jahren als revolutionär bezeichnete Unterrichtspraktiken wie Projektunterricht und direkten Anschauungsunterricht hat die Hietzinger Schule bereits viele Jahre zuvor vorweggenommen. Einblicke in dieses Schulexperiment und in das enge Geflecht an beteiligten Personen wie Eva Rosenfeld und Anna Freud gibt die Direktorin des Sigmund-Freud-Museums, Inge Scholz-Strasser, am 22. März bei einem Vortrag im Bezirksmuseum Hietzing.

Als die wohlhabende Amerikanerin Dorothy Burlingham mit ihren vier Kindern Anfang der 1920-er Jahre nach Wien kam, suchte sie vor allem für ihren ältesten Sohn Bob bei Sigmund Freud therapeutische Hilfe. Dieser verwies sie an seine jüngste Tochter Anna, die als Psychoanalytikerin vor allem mit Kindern arbeitete. In der Folge entwickelte sich zwischen Burlingham und Anna Freud eine enge Freundschaft, aus der sich eine lebenslange Arbeitsgemeinschaft entwickelte.

Im Haus von Eva Rosenfeld - ebenfalls einer Psychoanalytikerin - gründete Burlingham in Hietzing eine Privatschule für ihre und weitere befreundete Kinder, deren Eltern nicht mit dem öffentlichen Schulwesen und den dortigen Unterrichtspraktiken zufrieden waren. Das Experiment der Hietzingschule sollte mehrere Jahre bestehen und viele Unterrichtspraktiken späterer Zeiten vorwegnehmen. (red)

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Volkshochschule Hietzing

Vortrag im
Bezirksmuseum Hietzing
Am Platz 2
1130 Wien
22.3., 18.30 Uhr
  • Bild nicht mehr verfügbar

    Anna Freud

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