Finanzspritze für Styrian Spirit

22. März 2006, 19:43
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Der Grazer Stadtwerke prüfen die Übernahme der defizitären steirischen Fluglinie, eine Entscheidung soll Ende März fallen

Graz - Nach wie vor Stillschweigen gibt es über jene Geldgeber, die für die steirische Regionalfluglinie Styrian Airways (Marke "Styrian Spirit") eine Kapitalspitze von 6,51 Millionen Euro bereitstellen. Seitens des Unternehmens ist die Rede von drei Investoren, die nach einer Aufsichtsratssitzung Ende März veröffentlicht werden sollen. Beteiligungs- und Kooperationsmodelle geprüft werden indessen von der Grazer Stadtwerke AG - Entscheidung sei aber noch keine gefallen, so der Vorstand am Dienstag.

Die Grazer Stadtwerke AG, Eigentümer des Flughafens Graz-Thalerhof, war schon vor einem Jahr als Übernehmer der Fluglinie gehandelt worden - politisch war im letzten Moment abgewunken worden. Dass die Grazer Stadtwerke AG nun doch wieder im Spiel ist und ein Einstieg als Mehrheitseigentümer prüft, geht aus einem Bericht der "Kleinen Zeitung" (Dienstag-Ausgabe) hervor.

Kooperation mit Flughafen Salzburg

Bestätigt wird vom Stadtwerke-Vorstand nur, dass man als 0,95-Prozent-Eigentümer die nunmehrige Kapitalerhöhung mit 50.000 Euro mitmache und daneben Beteiligungs- und Kooperationsmodelle prüfe. Sicher gestellt müsse jedenfalls sein, dass es zu keiner Belastung der Stadtwerke AG auf Zeit komme, dass Angebote ex Graz stabilisiert und "Experimente" eingestellt werden sowie Destinationen in Kooperation und Abstimmung mit Salzburg entwickelt werden müssten. Entscheidungen sollen Ende des Monats fallen, noch gebe es keine Beschlüsse.

Die aktuelle Kapitalerhöhung soll in erster Linie der Anschaffung eines fünften Flugszugs dienen. Das Ausmaß liegt aber eher im unteren Bereich der Erwartungen des Vorstands, so dass Investitionen in Startverluste für neue Linien damit kaum abgedeckt sein würden. Auch wenn noch kein Jahresabschluss für 2005 vorliegt, wird inzwischen auch offiziell bestätigt, dass es trotz eines plangemäßen Wachstums der Verkehrsleistung wieder ein operatives Minus geben wird.

Kein verstärktes Engagement wird es jedenfalls von Seiten des Landes Kärnten geben, das im vergangenen Jahr mit drei Millionen Euro eingestiegen war. Bei der Kapitalerhöhung werde man nicht mitziehen, wodurch der Anteil von 42,55 auf unter 20 Prozent sinkt.

Land hält sich zurück

Ein Übernehmen oder eine Beteiligung des Landes Steiermark an der Styrian schloss der steirische LH Franz Voves unterdessen aus. Die Grazer Stadtwerke müssten natürlich selbst entscheiden, ob sie einsteigen wollten, aber "das Land stehe in keinster Weise zur Verfügung". Auch VP-Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann meinte: "Für das Land Steiermark schließe ich einen direkten oder indirekten Einstieg bei der Styrian Spirit aus".

"Bei Bildern, die einen Abgang von einer Million Euro zeigen, darf niemand erwarten, dass die Steiermark zur Verfügung steht", so Voves.

Wirtschaftslandesrat Buchmann meinte zwar, die Styrian sei für den Wirtschaftsstandort Steiermark bzw. Graz eine wichtige Fluglinie, aber ein Einstieg des Landes könne ausgeschlossen werden. In den Stadt-Land-Gesprächen sei auch darüber nachgedacht worden, "wo wir was beitragen können". (APA)

  • Die Grazer Stadtwerke, Eigentümer des Flughafens Graz-Thalerhof, waren schon vor einem Jahr als Übernehmer der Styrian Spirit gehandelt worden - politisch war im letzten Moment abgewunken worden.
    foto: styrian spirit

    Die Grazer Stadtwerke, Eigentümer des Flughafens Graz-Thalerhof, waren schon vor einem Jahr als Übernehmer der Styrian Spirit gehandelt worden - politisch war im letzten Moment abgewunken worden.

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