Prozess gegen 27 mutmaßliche Extremisten in Paris

21. März 2006, 07:18
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Angeklagte sollen Anschlag in Paris geplant haben

Paris - Unter strengen Sicherheitsmaßnahmen hat am Montag in Paris der Prozess gegen 27 mutmaßliche Unterstützer der tschetschenischen Extremisten begonnen. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass die Angeklagten auch einen Anschlag in Frankreich planten, kann das genaue Ziel aber nicht nennen. Den Angeklagten, unter ihnen mehrere Mitglieder einer Familie, drohen bis zu zehn Jahre Haft.

Zahlreiche Polizisten patrouillierten vor dem Gerichtssaal in Paris, weitere bewachten die mit Sicherheitsglas geschützte Anklagebank, auf der 16 der Beschuldigten Platz nahmen. Elf weitere blieben für die Zeit des Prozesses auf freiem Fuß, neun von ihnen erschienen vor Gericht. Der mutmaßliche Chemiker der Gruppe, Menad Benchellali, sagte dem Gericht, er wolle an dem Prozess nicht länger teilnehmen, und entzog seinem Verteidiger das Mandat. Die Angeklagten sind nicht zur Teilnahme verpflichtet.

Aus Gerichtsdokumenten ging hervor, dass in Verhören mehrere mögliche Anschlagsziele in Paris genannt wurden, darunter die russische Botschaft, ein Polizeirevier und der Eiffelturm. Die Gruppe wurde im Dezember 2002 zerschlagen, als Spezialkräfte Wohnungen in den Pariser Vororten La Courneuve und Romainville stürmten. Sie fanden Gaskanister, Zündschnüre, Chemikalien und einen Schutzanzug. Weitere Verdächtige wurden im Januar 2004 in Venissieux in der Nähe von Lyon festgenommen. (APA/AP)

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