Führender US-Demokrat: Bush braucht internationale Hilfe im Irak

23. März 2006, 16:08
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Biden fordert mehr Druck auf irakische Parteien

Washington/Brüssel - Der führende demokratische US-Senator Joseph Biden hat Präsident George W. Bush aufgefordert, sich internationale Unterstützung gegen die zunehmende Gewalt im Irak zu holen. Statt Reden an die US-Bevölkerung zu halten, "die er vor drei Jahre hätte halten sollen", sollte Bush weltweit in allen Hauptstädten darauf pochen, "dass der Rest der Welt Verantwortung übernimmt", sagte Biden am Montag in Washington anlässlich des dritten Jahrestages der Irak-Invasion.

Das Weiße Haus müsse stärkeren Druck auf alle irakischen Parteien ausüben, um die Regierungsbildung zu beschleunigen, sagte der außenpolitische Experte der demokratischen Senatsfraktion. Die Zukunft des Irak und damit auch die Entscheidung "über Scheitern oder Erfolg unserer Bemühungen" hänge von den Entwicklungen der nächsten Monate ab. Er wolle sich nicht ausmalen, was passiere, wenn sich die Situation im Irak in einen "ausgewachsenen Bürgerkrieg" entwickle.

Medien ignorieren die "guten Nachrichten"

Bush hatte zuvor in Cleveland erklärt, die Medien ignorierten die "guten Nachrichten" aus dem Irak wie die Befriedung der Stadt Tal Afar, weil Bilder von Bombenexplosionen und Anschlägen spektakulärer seien. Leider sei die Situation im Irak nicht überall so wie in Tal Afar. Die Gewalt im Irak riss auch am dritten Jahrestag des Kriegsbeginns nicht ab: Bis zum Abend wurden erneut mindestens 26 Iraker landesweit bei Anschlägen und Angriffen getötet.

In Brüssel gaben die EU-Außenminister grünes Licht für ein Handels- und Kooperationsabkommen mit dem Irak. Die EU-Kommission solle mit den Verhandlungen beginnen, sobald eine Regierung der nationalen Einheit in Bagdad die Arbeit aufgenommen habe, sagte die amtierende EU-Ratsvorsitzende und österreichische Außenministerin Ursula Plassnik. (APA/dpa)

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