Nationaler Protesttag mit Streiks am 28. März

24. März 2006, 14:54
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Arbeitgeber zeigen Kompromissbereitschaft - Umfrage: 60 Prozent stimmen gegen Reform

Paris - In Frankreich haben sich Gewerkschaften, Studenten und Schüler im Kampf gegen die Lockerung des Kündigungsschutzes auf einen weiteren nationalen Protesttag am 28. März verständigt. Dann solle es auch Arbeitsniederlegungen geben, teilten Gewerkschaftsvertreter am Montagabend nach einem Treffen in Paris mit. Wieviele Branchen von Streiks betroffen sein würden, war zunächst unklar.

Kompromissbereitschaft

Angesichts eines drohenden Generalstreiks haben die Arbeitgeber Kompromissbereitschaft beim Umgang mit dem Kündigungsschutz gezeigt. Nach einem Treffen mit Premierminster Dominique de Villepin erklärten Vertreter von Großkonzernen, sie wollten auf die laut Gesetz möglichen Kündigungen ohne Grund verzichten. Die zweijährige Probezeit könne nach Ansicht der meisten Wirtschaftsvertreter zudem auf nur ein Jahr verkürzt werden.

60 Prozent stimmen gegen Reform

Einer Umfrage im Auftrag der Regionalzeitung "La Depeche du Midi" vom Montag zufolge sind 60 Prozent der Franzosen dafür, dass Villepin seine Reform zurückzieht. 63 Prozent der vom Institut BVA Befragten glauben indes, dass der Regierungschef nicht nachgeben wird.

Ein Gewerkschafter wurde bei den Protesten vom Wochende so schwer verletzt, dass er ins Koma fiel.Der schwer verletzte Gewerkschafter wurde in einem Krankenhaus in Creteil bei Paris behandelt. Der 39-Jährige hatte sich laut der Gewerkschaft SUD-PTT am Samstag gegen Ende der Pariser Großkundgebung am Platz der Nation befunden, wo es zu massiven Ausschreitungen zwischen Polizei und radikalen Demonstranten gekommen war. Er sei dabei von einer Polizeieinheit niedergetrampelt worden und erlitt laut Krankenhaus schwerste Schädelverletzungen. Insgesamt waren am Samstagabend in Paris mehr als 50 Menschen verletzt worden.

Landesweit war der Lehrbetrieb an Universitäten und Schulen am Montag weiter beeinträchtigt. Etwa 300 Schüler blockierten eine Autobahnauffahrt auf der A86 bei Paris. Neue Kundgebungen waren für Dienstag und Donnerstag angesetzt. (APA/Red)

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