Auch wild lebende Schimpansen kommunizieren durch Gestik

27. März 2006, 13:36
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Aufforderung zur Fellsäuberung bei Tieren in Uganda beobachtet - im Kontakt mit Menschen ist Gestik eine häufige Kommunikationsform

New York - Auch wild lebende Schimpansen verständigen sich mit ihren Händen. Sie lassen ihre Umwelt wissen, wo es sie juckt und wo sie gern gekratzt werden wollen. In den meisten Fällen führe ihre Anfrage zum Erfolg, berichtet ein britisch-amerikanisches Forscherteam in dem Fachjournal "Current Biology" vom Dienstag.

Sie beobachteten, dass die durch Gesten mitgeteilte Bitte, sich einer bestimmten Stelle im Fell anzunehmen, in zwei von drei Fällen (64 Prozent) umgehend von einem anderen Tier erfüllt wurde.

Bestandteil des natürlichen Verhaltensrepertoires

Simone Pika von der St. Andrews Universität in Fife (Schottland) und John Mitani von der Universität von Michigan in Ann Arbor verfolgten die Kommunikation zwischen den wilden Schimpansen (Pan troglodytes) in der Ngogo-Gemeinde von Ugandas Kibale Nationalpark. Dabei spielte der Rang der Tiere in der Gruppe keine Rolle, wie das Team berichtet. Es verfolgte die Gesten zwischen Paaren von Männchen, die einander das Fell von Flöhen säuberten. In den meisten Fällen reichte eine kratzende Bewegung, um das andere Tier an die gewünschte Stelle im Pelz zu lotsen.

Bisher war eine rein auf Gesten beruhende Kommunikation nur bei Schimpansen nachgewiesen worden, die entweder von Menschen aufgezogen und trainiert worden waren oder aber im Zoo bzw einem anderen Institut ständig mit Menschen Kontakt hatten. (APA/dpa)

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