Kalter Krieg im ARBÖ geht weiter

22. März 2006, 09:04
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Alter Präsident erhebt schwere Vorwürfe gegen Nachfolger

Westler gegen Ostblock: Im ARBÖ geht es weiter zu wie im Kalten Krieg. Kaum hat Herbert Grundtner als bereits dritter Präsident seit Jahresanfang sein Amt angetreten, wird er vor seinem Vorgänger Rudolf Schober attackiert. Dubiose Tantiemen und statutenwidriges Verhalten lauten die Vorwürfe, die Grundtner vehement zurückweist.

Zwei Gruppen stehen sich derzeit innerhalb des ARBÖ scheinbar unversöhnlich gegenüber: Die westlichen Bundesländer Vorarlberg, Tirol, Salzburg und Kärnten auf der einen sowie Ober- und Niederösterreich, die Steiermark und das Burgenland auf der anderen Seite.

Der zweiten Gruppe gehören sowohl Neopräsident Grundtner als Präsident Niederösterreichs als auch sein Vorvorgänger, Burgenlands ARBÖ-Chef Peter Rezar (trat am 25. Februar als ARBÖ-Präsident zurück) an. Diese wollen den Autofahrerklub modernisieren und haben auch die Suspendierung des Generalsekretärs Rudolf Heller betrieben.

Was den Westlern, darunter Kärntens Landespräsident Rudolf Schober (ARBÖ-Präsident vom 25.2. bis zum 18.3.) nicht passt. Montagvormittag lud Schober zur Pressekonferenz und beschuldigte seinen Nachfolger, Honorarnoten über rund 50.000 Euro nicht an die interne Kontrollkommission übergeben zu haben. Auch der vom "Ostblock" am vergangenen Freitag gefasste Beschluss für den Bundeskongress am 20. Mai sei nicht statutengemäß erfolgt.

Stimmt nicht, kontert Grundtner. Die Statuten seien nicht verletzt worden, die Honorarnoten seien mittlerweile bei der Kontrollkommission eingelangt. Bei diesen gehe es um insgesamt netto 44.570 Euro, die er seit 1991 für vier Aktualisierungen der von ihm verfassten Verkehrsrechtsbücher erhielt. Die Kontrollkommission sei im Zuge der Untersuchungen zu angeblichen Malversationen Hellers an ihn herangetreten, er habe zunächst eine Zusammenarbeit abgelehnt. (moe, DER STANDARD-Printausgabe, 21.03.2006)

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