WHO fordert bessere Kooperation

23. März 2006, 12:43
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Afrika-Chef Sambo: Finanzielle Zusagen einhalten

Libreville - Der Afrika-Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Luis Gomes Sambo, hat die internationale Gemeinschaft ermahnt, finanzielle Zusagen im Kampf gegen die Vogelgrippe einzuhalten. Das Versprechen von Geberstaaten im Jänner in Peking, insgesamt mehr als 1,5 Milliarden Euro im Kampf gegen die Tierseuche zu investieren, sei bisher nicht eingelöst worden, sagte Sambo zu Beginn einer UN-Tagung in Gabuns Hauptstadt Libreville am Montag.

Er hoffe, dass diese Tagung einen "entscheidenden Schritt" auf dem Weg zu einer besseren internationalen Kooperation im Kampf gegen die Vogelgrippe und in der Vermeidung einer Pandemie beim Menschen darstelle, sagte Sambo. Die dreitägige Tagung wird von mehreren UN-Organisationen gemeinsam mit der gabunischen Regierung ausgerichtet und bringt Vertreter aus 46 afrikanischen Ländern sowie mehrerer Hilfsorganisationen zusammen.

"Starke Beunruhigung

Gabuns Präsident Omar Bongo Ondimba wies bei der Eröffnung der Tagung darauf hin, dass die Vogelgrippe für Afrika eine weitere Herausforderung nach Armut, HIV/Aids, Malaria und zahlreichen weiteren Problemen darstelle. Die Ausbreitung des Virus sei für die internationale Gemeinschaft einen Grund zur "starken Beunruhigung".

Auch der Afrika-Chef des UN-Programms für Entwicklung (UNDP), Gilber Fossoun Houngbo, rief zu einem schnellen und geschlossenen Vorgehen gegen die Epidemie auf. "Der Einfluss auf die Wirtschaft und das Risiko einer Massenpsychose sind nicht zu unterschätzen", sagte Houngbo. Bisher wurde das auch für Menschen gefährliche Virus H5N1 in Afrika nur in Nigeria, Niger, Kamerun und Ägypten offiziell nachgewiesen. Am Samstag hatte Ägypten den ersten Vogelgrippe-Todesfall beim Menschen gemeldet. (APA/AFP)

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