Austria erhebt Einspruch

20. März 2006, 23:03
246 Postings

Ausschluss von Linz wegen Gummibandes Stein des violetten Anstoßes gegen die Wertung der 0:3-Niederlage bei den Bullen

Wien - Der sonntägige Schlager der T-Mobile-Bundesliga zwischen Red Bull Salzburg und Austria Magna (0:3) hat ein Nachspiel am grünen Fußball-Tisch. Die Wiener legten am Montag gegen die Wertung des Resultats Einspruch ein und forderten gleichzeitig den Schiedsrichter-Bericht an. Der zuständige Senat I (Strafsenat) befasste sich am (heutigen) Montag (ab 17 Uhr) mit dem Veto, das wegen des Ausschlusses von Roland Linz erfolgt ist.

Umstrittener Linz-Ausschluss

Der Austria-Stürmer war nach einer gelben Karten wegen Fouls nach 28 Minuten von Schiedsrichter Dietmar Drabek wegen angeblichen Tragens eines Armbandes mit Gelb-Rot vom Feld geschickt worden. Austria-Manager Markus Kraetschmer meinte dazu: "Es gibt da widersprüchliche Aussagen. Drabek hat zu mir in der Pause gesagt, dass Linz wegen unerlaubten Schmucks an der Hand ausgeschlossen worden sei. Der vierte Mann soll gegenüber Medien-Vertretern hingegen das unerlaubte Verlassen des Spielfeldes als Grund angegeben haben."

Sollte der Einspruch abgelehnt werden, überlegen die Wiener nach Studium der TV-Bilder und des Schiri-Berichts einen Protest. Dieser würde vom Protest-Komitee behandelt, als letzte Instanz dann das ständige Neutrale Schiedsgericht der Bundesliga entscheiden. "Der Bericht ist die Basis, welche weiteren Schritte wir setzen werden und ob die Annullierung der Linz-Verwarnung und eine mögliche Neuaustragung Thema werden. Wenn ein Spieler auf Grund von Interventionen des Gegners ausgeschlossen wird, dann gute Nacht Fußball", sagte Kraetschmer.

Salzburger Bank machte Schiri-Assistenten aufmerksam

Solch eine Entscheidung beeinflusse die Meisterschaft, ärgerte sich der Polster-Nachfolger. Der Spitzenreiter hat sich den Einspruch gut überlegt, sowohl den Spieler Roland Linz, der während der Begrüßung von Drabek aufmerksam gemacht worden war, sein Band zu entfernen, als auch Trainer Frenkie Schinkels zu den Vorgängen in Wals-Siezenheim eingehend befragt. "Er hat mir zwei Münzen und ein Red Bull-Gummiband übergeben", sagte Schinkels zu der Szene, die die Gemüter erhitzt hatte.

"Der Assistent war vom vierten Mann, der erst durch Zurufe von der Salzburger Bank aktiv wurde, informiert worden. Der Assistent wird beweisen müssen, ob es das Band von Linz war", meinte Kraetschmer. Peter Stöger, der nicht nach Salzburg mitgereist war, sondern in Wien alles via TV-Schirm live miterlebte, hatte "nicht den Eindruck, das irgendjemand irgendetwas gesehen" hat. "Ich wünsche mir Fußball mit Emotionen und wir beschäftigen uns mit Gummibändern - das ist nicht nachvollziehbar, gerade in einer Phase, in der es um den Titel geht", sagte der Austria-Sportdirektor.

"Kasperltheater"

"Hätte der Schiedsrichter oder seine Assistenten genau gesehen, was Linz Schinkels gegeben hat, dann wäre alles Okay gewesen." Laut Kraetschmer verfolgte die Austria via Fernsehen auch viele ausländische Ligen, was dabei auffiel: "Seit die FIFA-Richtlinien im Juli 2005 heraußen sind, trägt Thierry Henry in Arsenal-Spielen regelmäßig sein Band gegen Rassismus und niemand stört es", meint der Klubmanager zur Auslegung der Anweisungen im Ausland.

Schinkels sprach in Zusammenhang mit der Drabek-Entscheidung von einem "Kasperltheater". Der Unparteiische zähle zu den Besten im Land, doch durch den Ausschluss wäre die Partie fast gelaufen gewesen. "Ich bin traurig und bedrückt, dass wir das Spiel, in dem am Anfang Salzburg mächtig Druck erzeugt hat, nicht mit elf Mann beenden konnten", meint der Niederländer, der sich auch über seinen Kollegen Kurt Jara ärgerte. "Die Aussage von ihm, dass wir nur mit Ausländern spielen, hat weh getan. Das war unter der Gürtellinie und hätte ich von ihm nicht erwartet. Das will ich von ihm nicht lernen." (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Austria-Manager Krätschmer spricht von unterschiedlichen Aussagen der Unparteiischen.

Share if you care.