EU-Agrarminister beraten über Entschädigungen für Geflügelzüchter

21. März 2006, 16:26
posten

Mitgliedstaaten wollen mehr Möglichkeiten, auf Nachfragerückgang durch Vogelgrippe zu reagieren

Brüssel - Die EU-Landwirtschaftsminister beraten heute, Montag, in Brüssel über die Möglichkeit, Geflügelzüchtern in der EU, die im Zuge der Vogelgrippe unter teilweise dramatischem Nachfragerückgang leiden, Entschädigungen anzubieten. "Wir werden heute sehen, welche Vorschläge die EU-Kommission macht", sagte der amtierende Agrarrats-Vorsitzende Landwirtschaftsminister Josef Pröll (V) vor dem Treffen.

Bereits beim letzten Agrarrat im Februar hatten mehrere Mitgliedstaaten von der EU-Kommission verlangt, hier Initiativen zu setzen. Italien und Frankreich haben bereits nationale Entschädigungen für ihre Geflügelzüchter angekündigt. Sollte der Absatzrückgang sich fortsetzen, soll es nach Pariser Vorstellung auch nationale Prämien für Aufkauf und Tötung von Geflügel geben und die EU die Grenzen für Einfuhren schließen.

Die EU-Kommission hat sich mit Maßnahmen auf EU-Ebene bisher zurückgehalten; dafür fehle die "legale Basis", hieß es aus der Brüsseler Behörde. Allerdings wurden die Exporterstattungen für Geflügel in den vergangenen Wochen schrittweise erhöht. Zunehmend mehr Mitgliedstaaten drängen aber mittlerweile auf eine Ausweitung der rechtlichen Möglichkeiten.

Auf der Tagesordnung der Agrarminister steht auch der Beschluss über die neuen EU-Regeln für geographische Herkunftsbezeichnungen, wie Parma Schinken oder Wachauer Marillen. Die Änderungen sind bis April notwendig, weil das frühere System gegen WTO-Regeln verstoßen hatte. Dem österreichischen Ratsvorsitz ist es in den vergangenen Wochen gelungen, hier einen Kompromiss zu erzielen. Die größte Neuerung, abgesehen von einigen technischen Vereinfachungen, ist, dass künftig auch Nicht-EU-Länder bei der EU-Kommission schutzwürdige Produkte, wie etwa Idaho Kartoffeln, anmelden können. (APA)

Share if you care.