Erste Down Syndrom-Ambulanz in Österreich öffnet

20. März 2006, 10:51
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Anlaufstelle in Wiener Rudolfstiftung - Eröffnung im Rahmen des Welt-Down-Syndrom-Tags am 21. März

Wien - In der Wiener Krankenanstalt Rudolfstiftung eröffnet morgen, Dienstag, die erste Down Syndrom-Ambulanz Österreichs. Damit steht erstmals eine medizinische Anlaufstelle zur Verfügung, die sich mit den besonderen Anliegen und Bedürfnissen von Menschen mit Down-Syndrom auseinander setzt und Unterstützung, Diagnose, Beratung, Vorsorge und Behandlung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Trisomie 21 bietet. Die Eröffnung erfolgt im Rahmen des ersten Welt-Down-Syndrom-Tags, der am 21. März begangen wird.

Frühzeitige Abklärung

Bei Menschen mit Down Syndrom ist das 21. Chromosom dreifach vorhanden, daher auch der Name "Trisomie 21". Es gibt eine Reihe von medizinischen Problemen, die bei Menschen mit dieser angeborenen genetischen Veränderung gehäuft auftreten bzw. anders sind als bei der durchschnittlichen Bevölkerung. "Bei einer frühzeitigen Abklärung bzw. Prävention kann vieles günstig beeinflusst werden bzw. erst gar nicht zum Problem werden", betont die Leiterin der Ambulanz, die Kinderärztin Bettina Baltacis gegenüber der APA.

Sie wird in ihrer Arbeit an der in Zusammenarbeit mit der Down Syndrom-Selbsthilfegruppe Wien entstandenen Ambulanz von der Sozialarbeiterin Ingrid Teufel und der Psychologin Karin Lebersorger unterstützt. Zudem ist die Ambulanz mit Fachärzten der verschiedenen Abteilungen an der Rudolfstiftung vernetzt, die sich speziell mit den Bedürfnissen von Menschen mit Down Syndrom auseinander gesetzt haben. So gibt es beispielsweise in Kooperation mit der Gynäkologie-Abteilung Sexualberatung für Menschen mit Down Syndrom. Bei Bedarf wird auch eine homöopathische Behandlung angeboten.

Pränataldiagnostik

Weiters will die Ambulanz Beratung bei Pränataldiagnostik anbieten. "Schwangere Frauen werden mit der Diagnose Trisomie 21 bei ihrem Kind oft alleine gelassen. Wir können hier unsere Erfahrung mit Kindern mit Down-Syndrom einbringen und damit Entscheidungshilfe bieten", betont Baltacis.

Die Ambulanz kann auch von Nicht-Wienern in Anspruch genommen werden. Notwendig sind eine Zuweisung vom praktischen oder Kinderarzt sowie eine Terminvereinbarung (telefonisch über die Kinderambulanz, Tel: 01-71165-2611, bzw. per mail: bettina.baltacis@wienkav.at).

Finanziell wird die Einrichtung vom "Verein zur Unterstützung der ersten österreichischen Down Syndrom-Ambulanz" unterstützt. Dieser hat anlässlich des ersten Welt-Down-Syndrom-Tags auch eine neue Informations-Kampagne gestartet, die auf die speziellen Bedürfnisse der Tausenden Österreicher mit Down-Syndrom aufmerksam machen soll. "In Österreich leben Tausende Menschen mit Down-Syndrom, die optimal gefördert werden sollten und nach ihrer Schullaufbahn ihr Leben selbst in die Hand nehmen und einer Arbeit nachgehen möchten. Aber nur wenige davon bekommen eine Chance zu beweisen, was sie wirklich können: Weil man ihnen ihre Behinderung meist auf den ersten Blick ansieht, gibt es oft keinen zweiten", erklären die Veranstalter den Grundtenor der Kampagne. (APA)

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