Preiskampf der Mobilfunker hat keine Zukunft

29. März 2006, 10:17
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Studie: Gegenseitiges Abwerben von Kunden bringt langfristig keinen Geschäftserfolg - Werbung ist lukrative Einnahmequelle für Mobilfunker

KPMG rät Mobilfunkanbietern, ihr Geschäftsmodell zu überdenken und vor allem die Werbung als lukrative Einnahmequelle ins Auge zu fassen. Eine internationale Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens KPMG hat ergeben, dass nur 40 Prozent der Mobilfunkkunden bereit sind, für Handy-Dienste wie Internet, Musik oder Spiele zusätzliche Kosten in Kauf zu nehmen.

Wie Online-Suchdienste

KPMG empfiehlt den Netzbetreibern, ihr Geschäftsmodell an denen der Online-Suchdienste zu orientieren. "Diese ziehen mit ihren Dienstleistungen Nutzer an und wecken mit ihrem großen Kundenstamm das Interesse der Werbebranche und des Onlinehandels", erklärt der Leiter des Bereichs Information, Communications & Entertainment bei KPMG Deutschland, John Curtis. Derzeit werde dieses Feld von Mobilfunkern noch vernachlässigt, meint Curtis.

Stabile Kundebasis

Die derzeitige Strategie, sich mit immer neuen Sonderangeboten gegenseitig die Kunden abzuwerben, bringe langfristig keinen Geschäftserfolg, sagt Curtis. "Sinnvoller ist es, mit konvergenten Dienstleistungen eine stabile Kundebasis aufzubauen. Damit wird man für Werbekunden und Partner im Onlinehandel attraktiv und eröffnet so neue Einnahmequellen", so der Branchenexperte von KPMG. Die Mobilfunker könnten ihren Kunden zum Beispiel maßgeschneiderte Werbung per SMS oder als Video schicken.

81 Prozent der Befragten haben angegeben, dass sie Dienste aus einer Hand bevorzugen. Laut KPMG ließe das auf enormes Potenzal für die Verrechnung von Leistungen, die ein Mobilfunkanbieter im Auftrag Dritter anbieten, schließen. Bei konvergenten Diensten sind Netzbetreiber Schaltstellen für unzählige Applikationen und Inhalte. "Verrechnungsmanagement wird deshalb künftig zu einer Schlüsselkompetenz", so Curtis abschließend. (pte)

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KPMG

  • KPMG empfiehlt den Netzbetreibern, ihr Geschäftsmodell an denen der Online-Suchdienste zu orientieren.
    bild: pte

    KPMG empfiehlt den Netzbetreibern, ihr Geschäftsmodell an denen der Online-Suchdienste zu orientieren.

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