Allawi beklagt "ethnische Säuberungen"

22. März 2006, 07:40
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"Es gibt keine Institutionen zum Schutz der Bevölkerung"

Washington - Der frühere irakische Ministerpräsident Iyad Allawi hat "ethnische Säuberungen" im Irak beklagt. "Es gibt keine Institutionen zum Schutz der Bevölkerung, in einigen Bereichen des Landes gibt es eindeutig ethnische Säuberungen", sagte Allawi am Sonntag dem US-Sender NBC News. "Wir sollten das nicht leugnen, sondern mutig genug sein, darüber zu sprechen."

Am Vortag hatte er dem britischen TV-Sender BBC gesagt, der Irak befinde sich im "Bürgerkrieg", da es dort pro Tag "durchschnittlich 50 bis 60" Tote durch politisch motivierte Gewalt gebe. Der irakische Präsident Jalal Talabani und US-Kommandeur George Casey wiesen den Begriff "Bürgerkrieg" als unzutreffend zurück.

Dänische Regierung sieht "keinen bewaffneten Konflikt"

Im Gegernsatz zu Allawi sieht die dänische Regierung keinen Krieg oder Bürgerkrieg im Irak. Das teilte Dänemarks Außenminister Per Stig Möller in der schriftlichen Beantwortung einer entsprechenden Anfrage dem Chef der Sozialistischen Volkspartei, Villy Sövndal, mit.

"Der Terrorangriff auf die Goldene Moschee in Samarra hat vor allem im Zentralirak zu einem Anstieg sektiererischer Gewalt geführt. Die Regierung in Kopenhagen beurteilt die Lage aber weiterhin dahingehend, dass man zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht generell von einem bewaffneten Konflikt im Irak sprechen kann", zitierte die Nachrichtenagentur Ritzau am Montag aus Möllers Schreiben. (APA)

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