Gesetz gegen Rassismus in Fußballstadien geplant

20. Oktober 2006, 17:28
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Geldstrafen, Punkteabzüge und Zwangsabstieg der Clubs sollen in Zukunft in Spanien rassistischen Fans Einhalt gebieten

Madrid - Spaniens Regierung will per Gesetz gegen Rassismus und Diskriminierung in den Fußballstadien vorgehen. Mit der Androhung von erhöhten Geldstrafen, Punkteabzügen und Zwangsabstieg sollen die Clubs dazu angehalten werden, rassistischen Fans Einhalt zu gebieten. "Ich hoffe, wir müssen sie niemals anwenden", sagte Sportminister Jaime Lissavetzky gegenüber der Sportzeitung "AS" vom Sonntag. "Aber das ist eine Warnung an jeden, dass sie angewendet werden können."

Immer wieder Vorfälle

Bei einem Freundschaftsspiel zwischen Spanien und England im Jahr 2004 waren die schwarzen Mitglieder des englischen Teams im Stadion verhöhnt worden. Im Februar war Spaniens Fußball erneut wegen eines rassistischen Vorfalls in die Schlagzeilen geraten: Fans der Mannschaft Real Saragossa schmähten den für Barcelona stürmenden Kameruner Samuel Eto, der daraufhin das Spielfeld verlassen wollte. Er wurde zum Verbleib überredet und Saragossa vom spanischen Fußballverband zu einer Geldstrafe von 9000 Euro verurteilt.

Nach der jüngsten Gesetzesvorlage können Vereine künftig mit einer Strafe von bis zu 90.000 Euro belegt werden. Einzelpersonen droht ein Bußgeld von bis zu 650.000 Euro und der Ausschluss von Sportveranstaltungen. Die Gesetzesvorlage der Regierung in Madrid folgt auf eine Entscheidung des Fußball-Weltverbandes FIFA vom Donnerstag, härter gegen Diskriminierung im Fußball vorzugehen. Die FIFA sieht als Strafen neben Punkteabzug und Zwangsabstieg auch Spielverbote und Ausschluss von Meisterschaften vor. (APA/Reuters)

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