Karikaturen-Streit: Islamgelehrte fordern UN-Konvention

21. März 2006, 20:01
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200 Konferenz-Teilnehmer wollen Konvention gegen die Verletzung religiöser Gefühle

Isfahan/Teheran - Führende Islamgelehrte forderten heute, Sonntag, bei der in Isfahan stattgefundenen Konferenz zum Streit über Karikaturen des Propheten Mohammed von den Vereinten Nationen, gegen die Verletzung religiöser Gefühle vorzugehen.

Sie verurteilten die Veröffentlichung der Karikaturen in europäischen Zeitungen, die im Januar gewaltsame Proteste in der islamischen Welt ausgelöst hatte, als Beleidigung von weltweit mehr als einer Milliarde Muslime. Die Konferenzteilnehmer verlangten von den UN, eine Konvention gegen solche Beleidigungen zu verabschieden und bei Verstößen rechtliche Schritte zu ergreifen.

200 Religionsgelehrte aus 40 Ländern

Im Rahmen der Konferenz, an der mehr als 200 Religionsgelehrte aus 40 Ländern teilnahmen, hatte etwa der Religionsminister aus Bangladesch, Musharraf Hussein Shachjahan, dem Westen vorgeworfen, den Islam "als Terrorreligion" zu diffamieren. Der Konferenzvorsitzende Mahmud Mohammedi-Araki hatte die USA beschuldigt, absichtlich "Zwietracht zwischen Muslimen und Christen" gesät zu haben.

In einer Schlussresolution wurden die Rede- und Meinungsfreiheit als unveräußerliche Menschenrechte betont. Diese fänden aber ihre Grenze, wenn Bürgerrechte verletzt würden. Alle muslimischen Gelehrte wurden aufgefordert, ihr bestens zu tun, um "teuflische Elemente" daran zu hindern, Zwietracht zwischen den Religionen zu säen. Die Resolution soll voraussichtlich in die Islamische Konferenzorganisation, dem Zusammenschluss islamischer Staaten, eingebracht werden. (APA/dpa)

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