Schwarz-blau-orange Kritik an roter "Misswirtschaft"

19. März 2006, 18:57
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ÖVP: "Nichts als Ausreden" - BZÖ: "Nicht gut für Österreich" - FPÖ: "Nichts mit Arbeitnehmervertretung zu tun"

Wien - In ungewohnter Eintracht werfen die Koalitionsparteien ÖVP und BZÖ sowie die FPÖ den Sozialdemokraten nach dem Auftritt von Gewerkschaftschef Fritz Verzetnitsch in der ORF-Pressestunde mangelnde Wirtschaftskompetenz vor. Die ÖVP stehe für ökosoziale Marktwirtschaft, die SPÖ für "unsoziale Misswirtschaft", meinte VP-Generalsekretär Reinhold Lopatka in einer Aussendung. BZÖ-Sprecher Uwe Scheuch warnte vor einer Regierungsbeteiligung der SPÖ und für FP-Generalsekretär Harald Vilimsky hat der ÖGB mit echter Arbeitnehmervertretung "nichts mehr am Hut".

"Die SPÖ kann nicht wirtschaften. Das ist angesichts der in der Zweiten Republik unvergleichlichen Pleiten- und Pannenserie der Sozialdemokratie ein oftmals belegtes Faktum", meinte Lopatka mit Verweis auf verstaatlichte Industrie und Konsum. Nun habe man den ARBÖ in Richtung Insolvenzgefährdung gefahren und agiere bei der AMAG gegen Mitarbeiterinteressen. Und zu den "dubiosen Karibikgeschäften der BAWAG" seien Verzetnitsch "nichts als Ausreden" eingefallen, kritisierte der VP-Manager.

Scheuch: "Kann nicht gut für Österreich sein"

Ähnlich BZÖ-Sprecher Uwe Scheuch, der angesichts des "Kreditdebakels" der BAWAG, des "Selbstbedienungsladens" im ARBÖ und der Mitgliederverluste im ÖGB vor einer Regierungsbeteiligung der SPÖ warnt: "Wer im eigenen Bereich eine derartige Misswirtschaft zu verantworten hat, wer trotz eines Rekordbeschäftigungsstandes jährlich zehntausende Gewerkschaftsmitglieder verliert, wer Defizite im ÖGB schreibt und wer den eigenen Autofahrerklub ARBÖ in Insolvenzgefahr bringt, kann nicht gut für dieses Österreich sein."

Vilimsky: "Pleiten, Veruntreuung und Gerichtsverfahren"

Ins selbe Horn stößt FP-Generalsekretär Harald Vilimsky: "Konsum, Bawag, ARBÖ und ÖGB - Wo die SPÖ wirtschaftlich ihre Finger drin hat, drohen Pleiten, Veruntreuung und Gerichtsverfahren." Der Gewerkschaftsbund habe längst nichts mehr mit echter Arbeitnehmervertretung zu tun, kritisiert Vilimsky in Richtung ÖGB-Präsident Vernetnitsch: "Ein Präsident, der im Luxus-Penthouse über den Dächern in Wiens residiert" und auf die brennenden Arbeitsmarktfragen keine wirkliche Antwort habe, sei mit Arbeitnehmerpolitik nicht kompatibel. (APA)

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