Leipziger Buchmesse endete mit kräftigem Besucherplus

28. März 2006, 20:38
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Seit Donnerstag rund 126.000 Menschen auf dem Gelände

Leipzig - Die Leipziger Buchmesse 2006 ist am Sonntag mit einem kräftigen Besucherplus zu Ende gegangen. Nach Angaben der Veranstalter kamen rund 126.000 Bücherfreunde auf das Messegelände, wo seit Donnerstag 2.162 Verlage aus 36 Ländern ihre Frühjahrs-Neuerscheinungen präsentiert hatten. Das entspricht einem Zuwachs von 17 Prozent.

"Die Leipziger Buchmesse hat den Frühlingsbeginn eine Sekunde vorweggenommen, Entdeckungen, Frische, Wärme und Novitäten geboten", sagte Buchmesse-Direktor Oliver Zille. Der hohe Anteil von Kindern und Jugendlichen sei ein Beleg dafür, dass das Konzept Leseförderung aufgegangen sei.

Simpsons

Am letzten Buchmesse-Tag herrschte noch einmal großer Andrang, vor allem in der Comic-Halle, wo "Simpsons"-Zeichner Bill Morrison Autogramme gab. Zehntausende Literaturfans nutzten noch ein Mal die Chance, ins Bücher-Eldorado einzutauchen und ihre Lieblingsautoren zu treffen. Tierischen Besuch hatte die Messebuchhandlung: Dort saß die verwaiste Hundedame Daisy des gestorbenen Münchner Modemachers Rudolph Moshammer mit fliederfarbener Schleife im Fell und wartete neben Herrchen Andreas Kaplan auf Publikum: Moshammers einstiger Fahrer signierte das nicht mehr ganz taufrische Buch "Mosi, Daisy und ich - sein Chauffeur Andreas erzählt".

"Mittlerweile besucht der Fachhandel aus ganz Deutschland und sogar aus dem Ausland die Buchmesse", freute sich der Vorsitzende der Messe-Geschäftsführung, Wolfgang Marzin. "Es war nach Dafürhalten aller, mit denen ich gesprochen habe, die bisher schönste Messe mit dem größten Zulauf, interessant und spannend", resümierte der Geschäftsleiter des Literarischen Colloquiums Berlin, Ulrich Janetzki. Laut einer Befragung sahen 90 Prozent der Aussteller ihre Erwartungen erfüllt und wollen zur Buchmesse 2007 (22. bis 25. März) wiederkommen.

Arbeitsmesse

"Leipzig hat sich als Arbeitsmesse durchgesetzt", sagte Suhrkamp-Geschäftsführer Philip Roeder. Alle wichtigen Buchhändler seien da gewesen. "Wir haben sehr effektive Arbeitsgespräche geführt." Diogenes-Sprecherin Ruth Geiger begeisterte vor allem das Programm "Leipzig liest", das 1.800 Veranstaltungen in fünf Tagen bot. "Jeder Autor findet hier sein interessiertes Publikum. Unsere Autoren wollen unbedingt nach Leipzig kommen und fahren jedes Jahr sehr glücklich wieder nach Hause."

Erfolgreiche Premiere feierte die "Leseinsel junger Verlage", wo sich elf unabhängige kleinere Verlage wie Tisch 7, der mit dem Kurt-Wolff-Preis gekürte Verlag Kookbooks sowie Verbrecher-Verlag erstmals gemeinsam präsentierten. Der zum zweiten Mal vergebene Preis der Leipziger Buchmesse hat sich laut Jury-Chef Martin Lüdke endgültig in Deutschland etabliert. Der Preis ging an Ilija Trojanow ("Der Weltensammler"), Franz Schuh ("Schwere Vorwürfe, schmutzige Wäsche") und Übersetzerin Ragni Maria Gschwend.

Prominente Autoren und Schauspieler wie Bastian Sick, Bret Easton Ellis, Frank Schätzing, Ingrid Noll, Ulla Hahn, Ingo Schulze, Feridun Zaimoglu, Roger Willemsen, Ulrich Wickert, Wiglaf Droste, Franz Xaver Kroetz, Nick Mason, Jan Josef Liefers und Konstantin Wecker lasen in überfüllten Häusern. Jungautoren wie Juli Zeh, Clemens Meyer, Leonie Swann, Reinald Grebe und Wladimir Kaminer machten die zweite Lange Leipziger Lesenacht zu einem weitere Höhepunkt des Bücherfestes. Eine positive Bilanz verbuchte ebenso die parallel veranstaltete Antiquariatsmesse. "Wir konnten viele hochkarätige Sammler begrüßen, unter anderem sogar Einkäufer aus Boston. Der Umsatz war so hoch wie noch nie", sagte Veranstalter Detlef Thursch. Dort hatten 82 Aussteller aus acht Ländern Schätze aus 500 Jahren Buchdruckkunst angeboten. (APA/dpa)

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