Renault-Doppelsieg in Sepang

28. März 2006, 11:38
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Fisichella gewinnt vor Alonso und Button - Massa noch vor Kollegen Schumacher Fünfter - Klien nach Kollision mit Räikkönen out

Sepang - Renault ist auch heuer wieder das Maß der Dinge in der Königsklasse des Motorsports. Giancarlo Fisichella gewann am Sonntag aus der Pole Position den Grand Prix von Malaysia 4,5 Sekunden vor Weltmeister Fernando Alonso, der nach diesem historischen Renault-Double in der Fahrer-WM mit 18 Punkten vor Michael Schumacher und Jenson Button (je 11) führt. Von den Red-Bull-Autos kam im zweiten Saison-GP nur Vitantonio Liuzzi (Toro Rosso) als punktloser Elfter ins Ziel. Die beiden Red-Bull-Piloten Christian Klien und David Coulthard schieden mit Hydraulik-Defekten aus.

Blitzstart von Alonso

Bei bedecktem Himmel und daher "nur" 33 Grad Lufttemperatur legte der neben Klien nur aus Reihe vier gestartete Alonso einen Blitzstart hin und lag schon in Kurve zwei hinter Fisichella und Jenson Button auf Platz drei. Nur zwei Kurven weiter kam der Anfang vom Ende für Klien. Beim Versuch, innen an den kämpfenden McLarens vorbeizukommen, touchierte der Vorarlberger das Auto von Kimi Räikkönen mit seinem linken Vorderrad. Der Finne drehte sich gleich darauf ins Out. Klien fuhr nach Reparatur der Radaufhängung zwar später zu Testzwecken weiter, fiel aber in Runde 26 endgültig aus.

Dritter GP-Sieg für Fisichella

Zwar kamen nur 14 Autos in die Wertung, dennoch wurde der Malaysia-GP nicht ganz zur befürchteten Ausfallsorgie. Fisichella, Button und Alonso bestimmten in einem letztlich unspektakulären Grand Prix zunächst in dieser Reihenfolge vorne die Pace. Der mit viel Sprit fahrende Spanier überholte irgendwann auch Honda-Pilot Button und fuhr im Finish auch schneller als sein Teamkollege - so etwa die schnellste Rennrunde von 1:34,803 Minuten in der 45. Runde -, am dritten GP-Sieg Fisichellas konnte er aber nichts ändern.

"Auto und Motor waren perfekt"

"Ein perfektes Rennen, auch wenn es sehr anstrengend war", jubelte Fisichella. "Das Auto und der Motor waren perfekt", freute sich der 33-jährige Römer. Bahrain-Sieger Alonso war bewusst, dass er seine Chancen auf den zweiten Saisonsieg schon im Samstag-Qualifying verspielt hatte. "Ich konnte nur noch das Beste draus machen. 18 von 20 Punkten nach zwei Rennen sind aber nicht schlecht", sagte der 24-jährige Titelverteidiger.

Teamchef Flavio Briatore war entzückt. "Wie Fernando mit diesem vollgetankten und schweren Auto in Kurve eins gestochen ist, war ganz speziell", lobte der Italiener. Renault feierte damit den ersten Doppelsieg seit dem Wiedereinstieg als Hersteller 2002 und nach 1982 den erst zweiten überhaupt in der Renault-Geschichte. "Wir haben die neuen Regeln ganz offensichtlich am besten umgesetzt", betonte Briatore.

Punkte für BMW und Toyota

Damit liegt er ziemlich richtig, denn der französische Konstrukters-Weltmeister hat bereits wieder alles fest im Griff. Nur Ferrari brachte ebenfalls beide Autos in die Punkteränge, wobei überraschte, dass der nach einem doppelten Motorentausch aus der letzten Reihe gestartete Team-Neuling Felipe Massa (BRA) seinen berühmten Teamkollegen Michael Schumacher ("Ich konnte einfach nicht schneller") am Ende nicht passieren ließ und sechs Zehntel vor dem Deutschen Fünfter wurde. Während die beiden so hochgelobten Williams diesmal ausfielen, gab es durch Jacques Villeneuve (7.) bzw. Ralf Schumacher (8.) erstmals heuer Punkte für BMW und Toyota.

Klien: "Normaler Rennunfall"

Klien packte frustriert seine Sachen für den Weiterflug zum nächsten Grand Prix nach Australien. "Es war ein normaler Rennunfall. Montoya und Räikkönen haben gekämpft, ich wollte innen vorbei, war auf den Kerbs und bin in Räikkönens Auto gerutscht. Das ist natürlich schade, weil ich sogar Fünfter hätte werden können", ärgerte sich der Vorarlberger. "Aber ich sah meine Chance und musste es einfach versuchen. Hinterher ist man natürlich immer klüger."

"Vielleicht wären wir wegen der Hydraulik später sowieso stehen geblieben. Aber 'Hätte, Wenn und Aber' bringt mir nichts. Heute wären Punkte drin gewesen", gab Klien zu. Der Österreicher wurde aber selbst vom sonst eher kritischen Red-Bull-Berater Helmut Marko in Schutz genommen. "Ein Unfall in der ersten Runde kann immer passieren. Wenn man in dieser Phase nicht drauf bleibt, ist man gleich fünf Plätze hinten", sagte Marko, räumte aber auch bedauernd ein: "Die Punkte lagen heute auf dem Tablett, sie waren nur noch zum Abholen." Das habe aber für alle vier Red-Bull-Piloten gegolten.

Räikkönen: "Fundamentaler Fehler von Christian"

Räikkönen sah den Unfall mit Klien natürlich anders. "Ein fundamentaler Fehler von Christian", meinte der Dauer-Pechvogel. Die Kritik passte zum schwarzen Tag für den Österreicher. Klien: "Dass wir dann bei der Hitze weitergefahren sind, war zwar wegen der dabei gewonnen Daten wichtig, aber auch ziemlich frustrierend." (APA/red)

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    Giancarlo Fisichella

  • Teamchef Flavio Briatore mit Giancarlo Fisichella (li) und Fernando Alonso.

    Teamchef Flavio Briatore mit Giancarlo Fisichella (li) und Fernando Alonso.

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