Rumsfeld: Rückzug wie "Rückgabe Deutschlands an Nazis"

19. März 2006, 18:25
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US-Verteidigungsminister warnt vor Zunahme von Terrorismus

Washington - Ein rascher Abzug der US-Truppen aus dem Irak käme nach den Worten von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld einer Rückgabe Deutschlands an die Nazis nach dem Zweiten Weltkrieg gleich. "Wenn wir heute dem Nachkriegs-Irak den Rücken zuwenden würden, wäre dies eine moderne Entsprechung zu einer Rückgabe Nachkriegs-Deutschlands an die Nazis", sagte Rumsfeld der "Washington Post" angesichts der internationalen Proteste zum dritten Jahrestag der Invasion der USA und ihrer Verbündeten in den Irak. "Es wäre eine ebenso große Schande, als wenn wir die befreiten Nationen Osteuropas aufforderten, unter Sowjet-Herrschaft zurückzukehren."

Zugleich machte Rumsfeld jedoch geltend, bei der Rückübertragung der Zuständigkeiten an die irakischen Sicherheitskräfte gebe es Fortschritte. Derzeit stünden hundert Bataillone von Irakern unter Waffen, die Hälfte von ihnen kontrolliere ihr Gebiet selbst, sagte Rumsfeld. An 75 Prozent aller Militäroperationen seien Iraker beteiligt, die Hälfte werde von Irakern geplant und ausgeführt. Wenn die USA indes einen Rückzug beschlössen, bestehe die Gefahr, dass "Terroristen in das Vakuum vordringen". Noch seien die irakischen Sicherheitskräfte nicht in der Lage, sich alleine gegen Aufständische und Anhänger des früheren Präsidenten Saddam Hussein durchzusetzen. (APA)

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