US-Agenten misshandelten Iraker in Folterkammer Saddams

21. März 2006, 11:31
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Fensterloser "Schwarzer Raum" war Zwischenstation vor Abu Ghraib

New York - US-Agenten haben nach Informationen der "New York Times" nach dem Einmarsch der US-Armee und ihrer Verbündeten im Irak eine berüchtigte Folterkammer des früheren irakischen Präsidenten Saddam Hussein für Misshandlungen irakischer Gefangener genutzt. In dem fensterlosen so genannten "Schwarzen Raum" im Lager Nama bei Bagdad hätten US-Soldaten Gefangene mit Gewehrkolben geschlagen und ihnen ins Gesicht gespuckt, hieß es in der Samstagsausgabe des Blattes. Im Juni 2004 habe das US-Verteidigungsministerium eine Untersuchung der Vorfälle angeordnet.

Mit ihren Verhören versuchten die US-Agenten dem Bericht zufolge, Informationen über den irakischen El-Kaida-Führer Abu Musab al Zarqawi zu erhalten. Zuständig war demnach eine Elite-Einheit unter dem Code-Namen Task Force 6-26. Das Lager Nama sei für viele Gefangene eine Zwischenstation vor der Einlieferung in das Abu-Ghraib-Gefängnis gewesen, das 2004 wegen der Misshandlung von Häftlingen durch US-Soldaten international in die Schlagzeilen geriet. Für die Verhöre im "Schwarzen Raum" sei die Parole "No blood - no foul" ausgegeben worden. Dies habe bedeutet: "Wenn sie nicht bluten, können sie keine Anzeige erstatten." Zahlreiche Gefangene seien nach dem Verschwinden in dem "Schwarzen Raum" für ihre Anwälte und Angehörigen für Wochen nicht mehr erreichbar gewesen. (APA)

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