Mehr als 50 Verletzte bei jüngsten Krawallen in Paris

19. März 2006, 19:42
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Davon 34 Polizeibeamte - Auch Fotografen durch Gendarmen verletzt - 167 Personen festgenommen

Paris - Bei den neuerlichen Ausschreitungen nach den Reform-Protesten in Paris sind nach einer offiziellen Bilanz mehr als 50 Menschen verletzt worden. Nach Polizeiangaben vom Sonntag wurden am Vorabend und in der Nacht insgesamt 167 Menschen festgenommen. Am Vormittag saßen noch 70 von ihnen in Polizeigewahrsam. Unter den insgesamt 52 Verletzten waren 34 Polizeibeamte sowie 18 Teilnehmer der Kundgebungen. Ein Demonstrant musste wegen Herzproblemen vorübergehend ins Krankenhaus gebracht werden.

Angriffe auf Journalisten

Fotograf Georges Mérillon von der Sonntagszeitung "Journal du dimanche" berichtete, er und eine Fotografin seien von einer mobilen Gendarmerieeinheit angeriffen worden. Die Beamten hätten seine Kollegin angegriffen und sie zu Boden gezerrt, sagte Mérillon der Nachrichtenagentur AFP.

Als er versucht habe, einzuschreiten und zu erklären, dass es sich um eine Journalistin handelte, sei er selbst zu Boden gezwungen worden und habe einen Schlag mit dem Gummiknüppel ins Gesicht erhalten. Er selbst habe nichts gebrochen, die Fotografin habe aber mehrere Schwellungen im Gesicht. Die Polizeipräfektur kündigte Ermittlungen an.

Die Krawalle hatten am frühen Samstagabend nach dem Ende der Großkundgebung am Platz der Nation begonnen. Innerhalb von vier Stunden gingen dort und in der Nähe mehrere Autos in Flammen auf, neun Geschäfte wurden beschädigt. Sachschäden wurden auch an Bushaltestellen, Telefonzellen, einer Verkehrsampel und einem Zeitungskiosk gemeldet.

Anschließend gab es etwa zwei Stunden lang Randale an der Universität Sorbonne; erst nach Mitternacht kehrte im Quartier Latin wieder Ruhe ein. Bereits in der Nacht zum Freitag hatte es nach Protesten gegen die Lockerung des Kündigungsschutzes Aussschreitungen an der Sorbonne gegeben. (APA)

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    In der Nacht auf Sonntag wurden insgesamt 167 Menschen festgenommen.

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