Bush verteidigt zum Jahrestag seine Entscheidung zum Krieg

20. März 2006, 13:26
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"Mehr als 25 Millionen Iraker leben jetzt in Freiheit" - "Mehr Kämpfe und Opfer werden notwendig sein"

Washington - Zum Jahrestag des US-Einmarsches in den Irak vor drei Jahren hat US-Präsident George W. Bush die Entscheidung zum Krieg gegen wachsenden Unmut in der US-Bevölkerung verteidigt. "Wir werden diese Mission zu Ende bringen", sagte Bush am Samstag in seiner wöchentlichen Rundfunkansprache. "Indem wir die Terroristen besiegen, machen wir unser eigenes Land sicherer."

Die Entscheidung der USA und ihrer Bündnispartner zur Entmachtung des irakischen Präsidenten Saddam Hussein sei schwierig, aber "die richtige Entscheidung" gewesen, betonte Bush. Die Welt sei hierdurch sicherer geworden. Saddam "unterdrückt nicht mehr das irakische Volk, fördert nicht mehr den Terrorismus und bedroht nicht mehr die Welt. Er wird jetzt für seine Verbrechen zur Verantwortung gezogen, und mehr als 25 Millionen Iraker leben jetzt in Freiheit."

Weitere Opfer angekündigt

Der US-Präsident stimmte seine Landsleute auch auf mehr Kämpfe und weitere Opfer ein. Der Sieg im Irak werde erreicht sein, wenn Terroristen und Saddam-Anhänger nicht mehr die irakische Demokratie bedrohten, sagte Bush am Samstag. "Mehr Kämpfe und Opfer werden notwendig sein, um das zu erreichen", erklärte er.

"Schwer zu verstehen"

Bush ging in seiner Ansprache nicht auf die angeblichen irakischen Massenvernichtungswaffen ein, mit deren Existenz er 2003 den Krieg gerechtfertigt hatte. Auf die instabile Lage im Land nahm er aber Bezug. Es sei "manchmal schwer zu verstehen, wie wir sagen können, dass es Fortschritte gibt", räumte er ein.

Die Gewalt im Irak habe aber dazu geführt, dass die irakischen Politiker sich der Notwendigkeit bewusst geworden seien, so schnell wie möglich eine Regierung der nationalen Einheit bilden zu müssen. Die Reaktionen der irakischen Amtsträger auf die jüngsten Gewaltakte seien "ein klares Zeichen" dafür, dass der Irak auf die Demokratie setze. "Ich rufe sie auf, ihre Differenzen beiseite zu schieben über politische und religiöse Grenzen hinaus zusammenzuarbeiten, um eine Regierung zu bilden, die der terroristischen Bedrohung entgegentreten und sich Vertrauen und Zuversicht der Iraker verdienen kann."

Der Irak ist nach dem Anschlag auf ein schiitisches Heiligtum in Samarra am 22. Februar an den Rand eines Bürgerkriegs geraten; die Zahl der Toten bei Anschlägen nahm seitdem erheblich zu. Nach einer im Auftrag der Nachrichtenagentur AP erstellten Meinungsumfrage rechnen 77 Prozent der befragten Amerikaner mit einem Bürgerkrieg im Irak. (APA/AP)

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