Vier Tote bei Lawinenabgängen

20. März 2006, 19:34
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Mehrere Opfer hatten keine Verschüttetensuchgeräte bei sich

Salzburg/Innsbruck/Bregenz - Das prachtvolle Wetter und die gute Schneelage lockten am Wochenende die Tourengeher in die Berge. Das hatte aber auch Schattenseiten: Bei Lawinenabgängen starben am Samstag vier Menschen in den österreichischen Bergen. Drei der vier Opfer hatten keinen Pieps mit oder ihn nicht eingeschaltet. In Salzburg wurde am Sonntag die Leiche eines 61-jährigen Pensionisten aus Annaberg geborgen. Er war bei einem Lawinenabgang auf der Westseite der Bischofsmütze im Salzburger Tennengau verschüttet worden.

Der Mann aus Annaberg, der nach Angaben der Polizei keinen Pieps bei sich hatte, war zunächst allein unterwegs gewesen. Er hatte sich dann im Bereich der Oberen Stuhllochscharte einer Gruppe von drei Tourengehern angeschlossen, die noch auf den so genannten Permot gehen wollten. In einem steilen Hang kurz unterhalb ihres Ziels löste sich dann die Lawine, die den 61-Jährigen rund 350 Meter mit sich riss. Zwei Tourengeher, die ebenfalls vom Schneebrett erfasst worden waren, konnten sich befreien und blieben unverletzt.

Schneebrett ausgelöst

Bei Lawinenabgängen in Tirol starben am Samstag ein 60-jähriger Salzburger aus Anthering sowie eine 23-jährige Frau aus Bayern. Der Salzburger war mit fünf anderen Tourengehern von der Oberlandhütte in Aschau in Richtung Gerstinger Joch (Gemeinde Kirchberg) unterwegs gewesen. Er hatte ein Schneebrett ausgelöst und war 150 Meter mitgerissen worden. Der Salzburg war ohne Lawinenpieps unterwegs. Er war zwei Meter tief unter dem Schnee gelegen und konnte erst nach eineinhalb Stunden nur mehr tot geborgen werden.

Die junge Deutsche hatte ein Tour im Bereich des Stripsenkopf im Gebiet des Wilden Kaisers unternommen. Sie und ihr Tiroler Begleiter lösten knapp unterhalb des Gipfels ein Schneebrett aus. Die Frau wurde 500 Meter in die Tiefe gerissen. Der Tiroler wurde nur teilweise verschüttet und konnte sich selbst befreien.

In Vorarlberg ist durch eine Staublawine, die am Widderstein bei Warth abgegangen war, ein Deutscher ums Leben gekommen. Er hatte in seinem Rucksack einen Lawinenpieps - allerdings war dieser nicht eingeschaltet. (APA)

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