USA behindern deutsche Beteiligung an UNO-Gesprächen

22. März 2006, 07:45
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"Der Spiegel": Botschafter Bolton stellt sich trotz Bush-Zusage quer und verweigert deutschem Kollegen Zugang zu Iran-Beratungen

Hamburg - Deutschland darf nach Informationen des Hamburger Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" wegen des hartnäckigen Widerstands der USA nur eingeschränkt an den Beratungen der fünf ständigen Mitglieder des UNO-Sicherheitsrats über das iranische Atomprogramm teilnehmen.

Der UNO-Botschafter der USA, John Bolton, habe seinem deutschen Kollegen Gunter Pleuger vergangene Woche in New York den Zugang zu den Iran-Beratungen der fünf ständigen Ratsmitglieder China, Russland, USA, Großbritannien und Frankreich verweigert, berichtete das Magazin im Voraus aus seiner neuen Ausgabe. Gemeinsame Textentwürfe der drei europäischen Partner nenne er beharrlich "britisch-französisch".

Merkel erhielt Bush-Zusagen

Dabei habe die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zuvor US-Präsident George W. Bush telefonisch die Zusage abgerungen, Deutschland auch weiterhin an den Gesprächen zu beteiligen. Berlin hatte gemeinsam mit den Sicherheitsratsmitgliedern Frankreich und Großbritannien als so genanntes EU-Trio mit Teheran verhandelt.

Vorläufig werde der diplomatische Konflikt in New York durch ein Ersatztreffen übertüncht: Die fünf ständigen Mitglieder schicken am Montag die Politischen Direktoren ihrer Außenministerien nach New York, wo sie ihren deutschen Amtskollegen Michael Schaefer treffen, wie der "Spiegel" berichtet. Zu sechst wollen die Spitzenbeamten dann über eine Iran-Erklärung des Sicherheitsrates beraten. (APA)

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