Prodi für "gemeinsames" Modernisieren der Südtirol-Autonomie

21. März 2006, 16:22
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Van Staa unterstreicht Schutzfunktion Österreichs für Südtirol - Parteiübergreifender Konsens"

Meran - Der Herausforderer von Silvio Berlusconi bei der italienischen Parlamentswahl im April, Romano Prodi, hat sich für eine Modernisierung der Südtirol-Autonomie ausgesprochen. Bei der 53. Landesversammlung der Südtiroler Volkspartei (SVP) am Samstag in Meran betonte er, falls dies notwendig sein sollte, werde dies "gemeinsam" mit den Südtirolern erfolgen. Die SVP unterstützt bei dieser Wahl das Mitte-Links-Bündnis und hofft dadurch auf sechs Abgeordnete in Rom.

Vor den Delegierten unterstrich Prodi, der Teile seiner Rede auch auf Deutsch hielt, dass es seit Jahren gute Beziehungen zu Südtiroler Politikern gebe. Die Zusammenarbeit mit Mitte-Links, die innerhalb der SVP nicht unumstritten ist, sei "bedeutend", meinte Prodi. Mitte-Rechts habe die Südtirol-Autonomie zwar nicht versucht zu demütigen, wohl aber zu schwächen. Bei einer Modernisierung müssten die Südtiroler "keine Angst" haben. Sie werde nur im gegenseitigen Verständnis erfolgen. Er sei "Garant" für Erneuerung und Stärkung der Selbstverwaltung des Landes.

"Ich bin in Freundschaft zu Euch gekommen, wir arbeiten schon lange zusammen. Das ist eine echte Freundschaft und nicht ein Zweckbündnis", betonte Prodi auf Deutsch.

SVP-Chef Elmar Pichler Rolle meinte in einer ersten Reaktion auf die Aussagen Prodis, die Südtiroler hätten keine Angst vor einer Anpassung der Autonomie. "Wir hatten aber bisher gute Gründe, dies nicht zu tun", sagte Pichler Rolle. Ein "dynamisches Weiterentwickeln" sei auch im Interesse Südtirols.

Van Staa unterstreicht Schutzfunktion Österreichs

Der Nordtiroler Landeshauptmann Herwig van Staa (ÖVP) hat die Schutzfunktion Österreichs für Südtirol unterstrichen. Bei der 53. Landesversammlung der Südtiroler Volkspartei (SVP) am Samstag in Meran betonte er den parteiübergreifenden Konsens in dieser Frage. "Darin wird es keine Veränderung geben", sagte Van Staa vor den rund 1.000 Delegierten.

In seiner Rede hob Van Staa die Zusammenarbeit zwischen dem Bundesland Tirol, Südtirol und dem Trentino hervor. Diese Zusammenarbeit zeige sich etwa bei der Realisierung des Brennerbasistunnels, für den es noch im Juni dieses Jahres den Spatenstich geben werde.

Van Staa begrüßte die Zusammenarbeit der SVP mit Romano Prodi bei den italienischen Parlamentswahlen im April. Prodi sei ein verlässlicher Partner in den Regionalisierungsbestrebungen in Europa, meinte der Landeshauptmann. (APA)

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