"Ötzis Vorfahrin": Jungsteinzeitliches Skelett bei Bozen entdeckt

24. März 2006, 17:42
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Sensations-Fund dürfte 6.000 bis 7.000 Jahre alt sein - Landesamt für Bodendenkmäler hofft auf weitere Entdeckungen

Bozen - Einen Aufsehen erregenden Fund haben Archäologen vor den Toren von Schloss Sigmundskron bei Bozen gemacht: In einem jungsteinzeitlichen Grab entdeckten sie das Skelett einer Frau, das gut 6.000 bis 7.000 Jahre alt sein dürfte, berichtete die Südtiroler Tageszeitung "Dolomiten" am Samstag.

Älteste Südtirolerin

Der wissenschaftliche Beweis mit der C14-Methode steht zwar noch aus, doch das Landesamt für Bodendenkmäler hat dem Bericht zufolge keinen Zweifel, dass es sich hierbei um eine jungsteinzeitliche Bestattung handelt. Die Beckenknochen lassen auf eine Frau schließen. Es wäre somit die älteste Südtirolerin, die bis jetzt im Land gefunden wurde, älter sogar als Ötzi (5.300 Jahre alt).

Knochen in schlechtem Zustand

Doch während es sich bei dem Mann aus dem Eis um eine gut erhaltene Mumie handelt, sind von der Frau nur noch Knochen erhalten. "Und die befinden sich leider in sehr schlechtem Zustand", hieß es beim Landesamt für Bodendenkmäler. Es wurde aber nicht ausgeschlossen, dass es in der Nähe noch weitere jungsteinzeitliche Gräber gibt, weil sich im 5. Jahrtausend vor Christus eine Siedlung am Hügel von Sigmundskron befand. Seit drei Jahren sind die archäologischen Grabungen im Gang. (APA)

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    Vor den Mauern von Schloss Sigmundskron fanden die Archäologen die rund 6.000 bis 7.000 Jahre alten Überreste einer Frau.

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