Neuer Chef will ARBÖ wieder flott machen

30. März 2006, 09:16
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Herbert Grundtner setze voll auf Reformkurs - Doch die Machtkämpfe der Landesorganisationen sind noch nicht ausgefochten

Es war wohl das turbulenteste Wochenende in der 107-jährigen Arbö-Geschichte. Fazit: der SPÖ-nahe Autofahrerclub hat einen neuen Präsidenten, den niederösterreichischen ARBÖ-Chef Herbert Grundtner, aber etliche Präsidiumsmitglieder weniger. Grundtner setze voll auf Reformkurs, hieß es am Sonntag auf STANDARD-Anfrage. Doch die Machtkämpfe der Landesorganisationen sind noch nicht ausgefochten.

Eklat

Schon in der Präsidiumssitzung am Freitagabend war es zum Eklat gekommen. Ehrenpräsident Herbert Schachter hatte als einziger seine Unterschrift für die Abberufung des vor kurzem fristlos entlassenen Generalsekretärs Rudolf Hellar verweigerte. Wie berichtet ist letzterer durch angebliche Clubvergünstigungen und durch eine kolportierte Jahresgage von 240.000 Euro in Ungnade gefallen. Im Lauf der laut Teilneh- mern "emotionell aufgeladenen" Präsidiumssitzung legte schließlich auch ARBÖ-Präsident Rudolf Schober seine Funktion zurück. Dem folgten andere, wie der Wiener Finanzstadtrat Sepp Rieder (SP), der erst seit November im Präsidium saß, sowie der SP-Nationalratsabgeordnete Rudolf Parnigoni.

Neue Statuten

Am 20. Mai will Neo-Präsident Grundtner beim Bundeskongress neue Statuten vorlegen - falls alle Landesorganisationen mitspielen. Der ARBÖ hat rund 450.00 Mitglieder, in den 100 Dienststellen sind 706 Mitarbeiter beschäftigt, zur Ausrüstung gehören auch 200 Pannen- und Abschleppfahrzeuge. (simo/DER STANDARD; Printausgabe, 20.3.2006)

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