"Silver"-Stressmanagement

20. März 2006, 15:06
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Der richtige Umgang in Konkurrenzsituationen mit Jüngeren

Sie zählen an Ihrem Arbeitsplatz zur "alten Garde"? Zu den "Silver Backs"? Sie kennen Ihren Job und Ihren Wert, Sie besitzen Kenntnisreichtum und Lebenserfahrung - und Sie merken, wie hinter Ihnen die Jüngeren in den Startlöchern scharren und keine Gelegenheit auslassen, Ihnen zuvorzukommen?

Dann kennen Sie auch den leichten Anstieg Ihres Adrenalinspiegels, die Hitze und Anspannung, die sich in Ihren Armen und Beinen breit macht, zu Kopfe steigt und Sie auch zur Beschleunigung antreiben will? Und Sie kennen auch die Anzeichen, dass Ihr Dopaminspiegel absinkt, das innere Zittern beginnt? Üblicherweise beginnt man dann die Muskeln spielen zu lassen, heftiger zu atmen, Tempo und Kraft zu steigern und sich mit einem "Mehr von ..." der Herausforderung "quantitativ" zu stellen. Das ist nicht salutogen, sprich gesundheitsfördernd!

Salutogen ist vielmehr, "qualitativ" zu punkten, und dazu muss man zuerst innehalten und die Situation wahrnehmen - das ist eine Bewegung von außen nach innen, und die macht Sie ruhiger und kraftvoller. Sie sind eben in einer destruktiven Konkurrenzsituation - und derartige werden sich mit Zunehmen Ihres Alters häufen!

Junge WölfInnen lauern darauf, die Führung zu übernehmen - na und? Die Gegenstrategie heißt nicht "Zeigen, wer schneller ist", sondern "zentrieren": aufpassen, dass man bei sich bleibt und nicht außer sich gerät.

  • Strecken Sie Ihre Wirbelsäule, atmen Sie tief ein und ziehen Sie Ihre eingesunkenen Wirbel empor. Damit richten Sie sich zu Ihrer vollen Größe auf, und das entspannt die drohende Verkrampfung.
  • Gleichzeitig rufen Sie sich Ihre Erfahrung, Ihre Kreativität und Ihre sozialen Kompetenzen ins Gedächtnis! In entspanntem Zustand haben Sie Ihr gesamtes Potenzial besser zur Verfügung als in der Anspannung.

Sie können darauf vertrauen, dass Ihnen jetzt etliche innovative Gestaltungsmöglichkeiten für die Konkurrenzsituation einfallen. Wählen Sie jene aus, die Ihnen für das Gesamtziel Ihres Unternehmens am sinnvollsten erscheint.

Keine Energie ins Duellieren! Alle Energie auf Ihre Zielvision!
(Der Standard, Printausgabe 18/19.3.2006)

Von
Rotraud Perner
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