Tausende Leichen von Wehrmachtsoldaten in Fabrikhalle gelagert

20. März 2006, 13:02
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Beisetzung wegen Finanznöten blockiert

Prag - In einer tschechischen Fabrikhalle lagern einem Zeitungsbericht zufolge derzeit die Überreste von tausenden im Zweiten Weltkrieg getöteten Wehrmachtsoldaten, deren Beisetzung angeblich aus Finanznöten blockiert ist. Wie die in Prag erscheinende Zeitung "Dnes" am Freitag berichtete, befinden sich rund 4000 Kisten mit Leichenteilen in Usti-nad-Labem im Nordwesten des Landes, bis der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge eine Lösung für ihre endgültige Bestattung gefunden habe.

Ein Sprecher der deutschen Botschaft in Prag sagte der Nachrichtenagentur AFP, bei den Leichen handle es sich um deutsche Soldaten, die im Zweiten Weltkrieg im heutigen Tschechien, in Russland, Polen, der Ukraine und anderen Ländern gefallen seien. Für sie müsse eine "korrekte Lösung" gefunden werden, dies sei eine Frage "guter Nachbarschaft". Die Informationen von "Dnes" über angebliche Geldprobleme der Kriegsgräberfürsorge wollte er nicht kommentieren. Deren örtlicher Sprecher Fritz Kirchmeier bestätigte die Angaben gegenüber AFP indirekt: Derzeit suche seine Organisation nach einem Ort außerhalb von Prag, wo die Kosten niedriger seien. Laut "Dnes" wurden seit dem Ende des Kommunismus 1989 in Tschechien neun Friedhöfe für deutsche Wehrmachtsoldaten eingerichtet. (APA)

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