Minsker Außenminister kritisiert deutsche Kanzlerin Merkel

20. März 2006, 06:22
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Treffen mit Oppositionspolitiker Milinkewitsch "Einmischung in innere Angelegenheiten" - "Urteil über Wahl stand schon lange vorher fest"

München - Zwei Tage vor der Präsidentenwahl in Belarus (Weißrussland) hat Außenminister Sergej Martynow der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel "Einmischung in innere Angelegenheiten" vorgeworfen. In einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" stieß sich der Chefdiplomat am Treffen Merkels mit dem demokratischen Präsidentschaftskandidaten Alexander Milinkewitsch.

Kritik am Verlauf des Wahlkampfs wies der Minister zurück. "Ich bin nicht überrascht, denn das Urteil über die Wahl stand ja lange vorher fest", sagte er. Die Verhaftungen zahlreicher Oppositioneller seien nicht politisch motiviert. Zugleich warnte er vor neuen Sanktionen gegen sein Land. "Wirtschaftssanktionen werden vor allem die Menschen treffen", sagte Martynow . 44 Prozent der belarussischen Exporte gingen in die EU, betonte er. Er verwies zudem auf die Bedeutung von Belarus als Transitland. (APA/dpa)

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