EU-Netzwerk für Kampf gegen Antibiotikaresistenzen

24. März 2006, 17:49
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"GRACE" soll das in Europa vorhandene Wissen auf diesem Gebiet zusammenführen und weiter entwickeln

Brüssel - Die Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen wird auch in Europa immer wichtiger. Am Freitag gab die EU den Startschuss für ein Wissenschaftsnetz, das über das Forschungsrahmenprogramm unterstützt wird und sich mit dem wachsenden Problem der Antibiotikaresistenz bei der Behandlung von Infektionen der unteren Atemwege, wie Bronchitis und Lungenentzündung, befassen wird.

Dieses Exzellenznetz mit der Bezeichnung GRACE wird das in Europa vorhandene Wissen auf diesem Gebiet zusammenführen, um neue Erkenntnisse zu gewinnen, die praktische Anwendung der Forschungsergebnisse sicherzustellen, neue Diagnosetests zu entwickeln und Bildung und Ausbildung zu verbessern. An dem Netz beteiligen sich 17 akademische Gruppen aus neun EU-Mitgliedstaaten, hieß es am Freitag in einer Aussendung der EU. Der Gesellschaft in Europa entstehen erhebliche Kosten, da jedes Jahr Millionen von Menschen an Atemwegsinfekten erkranken, wobei vor allem ganz junge und alte Menschen davon betroffen sind.

Leitlinien für Antibiotika-Einsatz fehlen

Bei den Antibiotikaresistenzen und beim Einsatz von Antibiotika gibt es zwischen den europäischen Ländern große Unterschiede, doch herrscht Einvernehmen darüber, dass die übermäßige Verschreibung von Antibiotika zur Behandlung von Krankheiten wie Bronchitis und Lungenentzündung dazu führt, dass die Erreger dieser Krankheiten gegen Arzneimittel resistent werden. So werden 70 bis 90 Prozent der jährlich über 16 Millionen an akuter Bronchitis erkrankten Menschen mit Antibiotika behandelt.

Da klare Leitlinien für den Einsatz von Antibiotika fehlen, die sich auf robuste wissenschaftliche Daten stützen, liegt die Entscheidung beim behandelnden Arzt. Österreich ist auf dem Gebiet der Antibiotikaresistenzen noch in einer relativ guten Position. Allerdings haben die Probleme in den vergangenen Jahren zugenommen. Für das Netz, das bis mindestens 2011 bestehen soll, werden 11,5 Millionen Euro aus dem Etat des Forschungsrahmenprogramms der EU bereitgestellt. (APA)

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