Israel kündigte Tötung von hunderttausenden Truthähnen an

18. März 2006, 15:59
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EU verhängt gegen Israel Importverbot für Geflügel - Neue H5N1-Fälle in Österreich und Deutschland - Schweden ordnete Keulen von Wildenten an

Nach dem Verdacht auf Vogelgrippe in der Negev-Wüste in Israel sind vier Einwohner vorsorglich ins Krankenhaus eingewiesen worden. Die Patienten litten an Grippesymptomen und hatten Kontakt mit erkranktem Geflügel. Die Regierung kündigte die vorsorgliche Tötung von hunderttausenden Truthähnen an. Vorläufigen Tests zufolge sei es sehr wahrscheinlich, dass die Vogelgrippe die Ursache für das jüngste Massensterben von 11.000 Truthähnen sei, sagte Gesundheitsminister Jaakov Edri im Armeerundfunk.

Endgültige Testergebnisse standen aber noch aus. Vorsorglich sollten ab (dem morgigen) Samstag mehrere hunderttausend Tiere gekeult werden, erklärte eine Sprecherin des Landwirtschaftsministeriums. Das Truthahn-Sterben wurde in drei Gemeinden beobachtet.

Die Europäische Union hat gegen Israel wegen des Ausbruchs der gefährlichen Vogelgrippe ein Importverbot für die meisten Geflügelprodukte verhängt. Das Land darf nur noch hitze-behandeltes Geflügelfleisch und vor dem 15. Februar hergestellte Produkte in die EU ausführen, nicht aber Eier und lebendes Geflügel.

Schweden: Verdacht auf Virus

Die schwedischen Behörden ordneten die Tötung von 500 Wildenten und 150 Fasanen an, nachdem sich ein Vogel möglicherweise mit dem H5N1-Erreger angesteckt hatte. Weitere Tests sollten Klarheit bringen, sagte eine Sprecherin des Nationalen Veterinärinstituts. Es handele sich auf jeden Fall um einen hochansteckenden Virus vom Typ H5. Anfang der Woche war der erste H5N1-Fall in Schweden bestätigt worden.

Österreich und Deutschland: Fünf neue Fälle

Aus Österreich und Deutschland wurden unterdessen insgesamt fünf weitere Vogelgrippe-Fälle gemeldet. Auf der österreichischen Seite des Bodensees wurde das Virus bei einer Wildente festgestellt. Eine Bestätigung durch das EU-Referenzlabor im britischen Weybridge stand hier noch aus. Es handelte sich um den sechsten Vogelgrippe-Fall in Vorarlberg. Bei einem Blesshuhn aus Mannheim (Baden-Württemberg), einem Schwan aus Dillingen (Bayern) sowie bei einem Mäusebussard aus dem mecklenburgischen Landkreis Bad Doberan und einem Schwan aus Rügen wurde H5N1 nachgewiesen, wie die zuständigen Landesministerien mitteilten. (APA/dpa/AP)

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