Kramars neues "Anatomietheater"

Redaktion, 24. März 2006 12:20

3raum-Anatomietheater startet mit Uraufführung der Groteske "Gugging goes Ballhausplatz"

Wien - Die Wiener Theaterreform, sie bewegt (sich) doch: Der Künstler Hubsi Kramar wird im April das 3raum-Anatomietheater im dritten Gemeindebezirk eröffnen. Die Jury der Theaterreform hatte Kramars "Showinisten" zur mehrjährigen Förderung vorgeschlagen. Drei Räume werden künftig für "Kunst und Kommunikation" im Anatomiegebäude des ehemaligen Veterinärmedizinischen Instituts genützt, sagte Kramar. Am 24. April soll das neue Theater mit der Uraufführung der Groteske "Gugging goes Ballhausplatz", einem "gar schröcklichen Theater über den politischen Notstand", seine Eröffnungspremiere feiern.

"Grausam-poetisch"

Kramar sieht sich selbst nicht als Intendant des Theaters, vielmehr soll das 3raum-Anatomietheater jungen Künstlern und Theatergruppen offen stehen: "Ich will nicht mehr über die Wiener Theaterreform schimpfen, ich biete eine pragmatische Lösung an", meinte Kramar. Das "grausam-poetische" Anatomiegebäude sei hierfür ideal: Einerseits sei die Raumproblematik ja sowieso immer da, andererseits komme der ökonomische Aspekt dazu. Das Wiener Kulturamt subventioniert demnach für vier Jahre die Kosten, die durch behördliche Auflagen entstehen.

Was Kramar sich für das 3raum-Anatomietheater wünscht, "geht weit über Theater hinaus". Grenzen seien nicht zielführend, was sich auch bei der Staats-Groteske "Gugging goes Ballhausplatz" in Anspielung an die politischen Diskussionen rund um die geplante Elite-Universität zeigt. Bei dem Stück gehe es "um Politik, um Spaß, um Sinnlichkeit", so Kramar: "An das Original kommen war aber sowieso nicht heran." (APA)

Werner Hammerl
18.03.2006 10:45

Der Hubsi kann sich bereits um ein neues Programm umschauen, seitdem die SPÖ mit Gugging einverstanden ist. Es ist schon ein Jammer, dass es gerade einen begnadeten Künstler wie ihn trifft. Aber vielleicht kann er noch vor der Wahl mit seiner alten Hitler-Maske herumlaufen. Ist doch auch Kunst, oder?

Der Neisseer
18.03.2006 10:39
Theaterförderung?

Na geh, wenn einer Politik machen will dann soll er Politiker werden bzw. sich als solcher deklarieren, aber doch das Theater in Ruh lassen. Und dafür auch noch Geld vom Kunstbudget kriegen. Das riecht doch mehr als streng!

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.