Antibiotika im ersten Lebensjahr könnte Asthma-Risiko verdoppeln

17. März 2006, 16:35
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Kanadischer Forscher wertete sieben Studien aus

New York - Die Behandlung von Kindern mit Antibiotika im ersten Lebensjahr verdoppelt das Asthma-Risiko der Patienten. Dies geht aus einer Auswertung von insgesamt sieben Studien durch kanadische Forscher hervor. "Obwohl die kausale Natur zwischen Antibiotika und Asthma noch unklar ist, zeigen unsere Gesamtresultate, dass die Behandlung mit mindestens einem Antibiotikum mit der Entwicklung von Kinderasthma verbunden zu sein scheint", bilanziert Untersuchungsleiter Carlo Marra von der Universität von British Columbia in Vancouver.

Die Forscher werteten Studien mit insgesamt mehr als 12.000 Kindern aus, in denen über 1.800 Asthma-Fälle berichtet wurde. Die Behandlung mit mindestens einem Antibiotikum im ersten Lebensjahr verdoppelte die Wahrscheinlichkeit für die Krankheit. Mit jeder zusätzlichen Antibiotika-Therapie stieg das Risiko weiter, wie die Zeitschrift "Chest" berichtet.

"Bei Kindern werden Antibiotika gewöhnlich eingesetzt, um Ohrinfektionen, Infektionen der oberen Atemwege und Bronchitis zu behandeln, aber nicht jede Infektion erfordert ein Antibiotikum", betonte die Forscherin Fawziah Marra. "Die Mehrzahl der Fälle von Infektionen der oberen Atemwege und Bronchitis wird durch Viren verursacht, und dagegen sind Antibiotika wirkungslos." (APA/AP)

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